Ben-Luca ist glücklich über Teilnahme beim Vorleser-Finale

Nordrhein-Westfalen-Sieger Ben-Luca Thetmeyer aus Wattenscheid bei seiner Vorlesezeit.
Nordrhein-Westfalen-Sieger Ben-Luca Thetmeyer aus Wattenscheid bei seiner Vorlesezeit.
Foto: Monique Wüstenhagen
Der zwölfjährige Ben-Luca aus Wattenscheid freute sich riesig über drei tolle Tage in Berlin. Auch wenn es zum Gewinn nicht (ganz) gereicht hat.

Bochum/Berlin.. Mit seiner Idee sprach Felix Seibert-Daiker vielen aus dem Herzen. Wie breit ist denn das Siegerpodest“, wollte das Jury-Mitglied kurz vor der Preisverleihung beim 56. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels in Berlin wissen. „Eigentlich müssten da alle drauf.“ Alle 16 meinte er und war damit der gleichen Meinung wie Ben-Luca Thetmeyer. Der Schüler der Pestalozzi-Realschule vertrat Bochum, Wattenscheid und damit NRW beim finalen Lesen des Landessieger. Auch er hätte es „jedem gegönnt. Alle haben gut gelesen“.

Am Ende aber ragte eine heraus, schaffte es vielleicht am besten so zu lesen, wie sie es immer tut. Sie bekam den Wanderpokal, wurde von der Jury etwas nach vorne geschoben, vom alphabetisch geordneten letzten Startplatz, auf den ersten Platz: Leonie Reinhardt (12) aus Thüringen. Sie war die an diesem Tag beste Vorleserin von vielen besten Vorleserinnen und Vorlesern. Für Ben-Luca blieb wie für alle anderen die innerhalb von jeweils drei Minuten versucht hatten überzeugend zu lesen, auch Platz zwei. Ein ungewohntes Gefühl für diese jungen Menschen.

Ein unvergessliches Erlebnis

Als Seriensieger waren sie nach Berlin gekommen, die acht Mädchen und acht Jungen. Sie hatten die Konkurrenz in der Klasse, der Schule, der Stadt, im Bezirk, schließlich sogar in ihrem Bundesland hinter sich gelassen, hatten sie quasi weggelesen. Ben-Luca Thetmeyer hatte sich in NRW gegen mehr als 120.000 Schülerinnen und Schüler durchgesetzt. Bundesweit nahmen mehr als eine halbe Millionen Elf- und Zwölfjährige teil.

Da unter den besten 16 zu sein, war schon eine herausragende Leistung. Unzufrieden mit der ersten oder gar böse über die erste Niederlage, ausgerechnet im Finale des Wettbewerbs war er deshalb nicht. „Ich bin glücklich“, sagte er sofort nach der Preisübergabe und kam dabei wieder völlig entspannt rüber. Etwas anders war es, als er dran war. Da tat er einen großen Aufatmer, als Moderator Marc Langebeck ihn fragte, ob denn im Westen alles in Ordnung sei. „Ja, da läuft alles gut.“ Was man so sagt als Zwölfjähriger auf großer Bühne kurz vor dem Auftritt beim Vorlese-Wettbewerb. Da hebt man sich seine Buchstaben schön auf.

Wenige Minuten vor dem Finale hatte er mehr Sätze gefunden: „Ich hatte drei tolle Tage in Berlin und habe viel erlebt.Wir waren in einem Pfadfinderheim untergebracht. Das war klasse.“ Den Sieg in NRW kann ihm eh keiner mehr nehmen, auch nicht das Erlebnis, dabei gewesen zu sein, beim Finale in einem Fernsehstudio vor Publikum und vor vier laufenden Kameras.

Das Glück hat gefehlt

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hatte das Studio A, sein größtes Studio zur Verfügung gestellt, zeichnete auf. Im Oktober wird es das Finale noch zweimal im Fernsehen zu sehen geben. Am 11. Oktober im Kinderkanal (Kika), am 17. Oktober im RBB-Fernsehen. Dann kann sich Ben-Luca selbst sehen. Vielleicht wird er dann feststellen, dass er an diesem Tag im Juni in Berlin vielleicht nicht das Glück hatte, dass laut Heinrich Riethmüller, dem Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, nötig war, um sich diesen Titel zu sichern.

Sicher meinte er auch das Glück bei der Buch-Auswahl. Erst am Dienstag hatten die Teilnehmer ihre Bücher auswählen dürfen, hatten sich in kürzester Zeit vorbereiten müssen. Mit seiner Wahl gewann Ben-Luca zumindest den Preis für den längsten Buchtitel. Er entschied sich für das Werk von Neal Shusterman und Eric Elfman: Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis. Siegerin Leonie Reinhardt hatte aus einem Buch von Mechthild Gläser gelesen: Die Buchspringer.

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