Beim Mummenschanz sind die Besucher der Star

Närrische Straußenfarm: Beim Mummenschanz sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Närrische Straußenfarm: Beim Mummenschanz sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Foto: WAZ FotoPool
Mit Karneval haben die meisten nicht viel an der Kappe. Und doch sind sie die Hauptdarsteller der außergewöhnlichsten Karnevalsparty weit und breit. 1000 fantasievoll verkleidete Besucher zelebrierten das Rollenspiel am Samstagabend beim Mummenschanz im Kunstmuseum.

Gülden beflügelte Engel als ADAC-Luftretter, bissige Emus und bezaubernde Elfen, eine komplette Trommelsektion im Brasil-Outfit, Bazis und Barbies, Can-Can-Tänzerinnen und Catwomen, Hippies und Heidis (nicht die Klum, sondern die von der Alm), Charlie Chaplin und Gaius Julius Cäsar, Knackis und der olle Knebel, ein wuchtiger Obelix und wandelnde Oscars: Bei der Maskerade an der Kortumstraße sind die Gäste die Stars. Und die kommen reichlich. Jahr für Jahr. Aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Bochum.. In fantastischen, oft selbst gefertigten Kostümen, die weit über die gängigen Verkleidungen Marke Cowboy & Prinzessin hinausgehen. Mummenschanz: Das ist Karneval der kreativen Art, seit zwölf Jahren aufgezogen vom Werbeexperten Michael Retter.

Alles fröhlich, alles friedlich

Die Party geht zwar als Karnevalsfete durch. Humbatätärä und Narrhallamarsch will gleichwohl niemand hören. Stattdessen Rock und Pop, vom Feinsten und handgemacht. Fünf Bands und vier DJs füllen die Tanzflächen. Am meisten los ist im großen Saal, wo es die Jim Rockfort Band mit Julie Lioness und Hugh Kanza mit aktueller Ware und Klassikern krachen lässt. Rockabilly mit Eric & The Tomcats, Elvis-Double Harry Johnson, das Trio Bravo mit Jazz & Swing und – als Mummenschanz-Dinos – die Heartbeats mit Gutem von gestern legen zudem den Klangteppich aus, auf dem die Besucher feiern und flanieren, sehen und gesehen werden: So soll es sein.

Das Museum wird zum Laufsteg. Alles fröhlich. Alles friedlich. Das Publikum ist 1a. Schlägereien oder andere negative Zwischenfälle hat’s noch nie gegeben. Entspannt ist diesmal auch der Einlass. Zwei Eingänge und eine zusätzliche Garderobe sorgen dafür, dass die Gäste nicht mehr – wie früher – ewig Schlange stehen müssen.

Besonders stolz ist Michael Retter auf eine Gruppe aus dem Rheinland. „Wir haben erstmals Besucher aus Köln hier. Dass Kölner am Karnevalssamstag aus der deutschen Karnevalshochburg zum Feiern nach Bochum fahren, ist für uns ein Ritterschlag“, strahlt der Veranstalter im WAZ-Gespräch.

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