Baumhaus ersetzt Bauruine an der Wasserstraße in Altenbochum

Benedikt und Yvonne Graw vor der Bauruine an der Wasserstraße 21, wo schon bald ihr Holzbau mit Wohnung und vor allem Großtagespflege für neun U3-Kinder stehen soll.
Benedikt und Yvonne Graw vor der Bauruine an der Wasserstraße 21, wo schon bald ihr Holzbau mit Wohnung und vor allem Großtagespflege für neun U3-Kinder stehen soll.
Foto: Gero Helm
Altes Gemäuer an der Wasserstraße 21 in Altenbochum wird ab heute abgerissen. Junge Familie errichtet dort eine moderne Großtagespflege für U3-Kinder.

Altenbochum.  Wer tagtäglich die Wasserstraße in Altenbochum befährt, wird sich immer wieder mal die Frage gestellt haben, was denn wohl aus dem heruntergekommenen Gemäuer mit der Hausnummer 21 wird. Die Antwort dürfte ab heute sichtbar sein: Es wird abgerissen. Anstelle der Bauruine wird ein Baumhaus entstehen, in dem das Ehepaar Graw im August 2017 eine Großtagespflege für U3-Kinder eröffnen will.

Das alte Haus, dessen Tage nun gezählt sind, wurde 1827 gebaut. Das Wirtschaftsgebäude dahinter, von der Straße kaum einsehbar, kam 1870 hinzu und wurde lange Zeit als Schreinerei genutzt. Beides, und auch das große Grundstücke, befindet sich in Besitz der Familie Graw. Benedikt Graw (34) und seine Frau Yvonne (35) haben nun neue Pläne damit.

Sichere Jobs für Traum aufgegeben

In dem schwarzen, kastigen Holzbau mit Flachdach, der ab Januar errichtet werden soll, werden sie selbst mit ihren drei Kindern und auch Benedikts Schwiegermutter wohnen. Unten bietet die Großtagespflege auf 90 Quadratmetern Platz für neun U3-Kinder. Die Nachfrage ist groß. Sechs Plätze sind bereits vergeben, drei noch frei. Platz zum Spielen haben die Kinder auf dem 1500 Quadratmeter großen Grundstück genug. „Der Außenbereich wird den Bedürfnissen der Kleinen natürlich angepasst“, sagt Benedikt Graw. „Das wird ein großer Erlebnisraum in familiennaher Atmosphäre.“

Für Familie Graw beginnt mit dem Abriss nun ein großes Abenteuer. „Das ist eine Lebensentscheidung, die wir getroffen haben. Wir geben dafür ja auch unbefristete Jobs auf“, freut sich Benedikt Graw auf die neue Herausforderung. „Es war unser Traum, uns mit der Familie selbstständig zu machen.“ Für ihn und seine Frau entfallen mit der Eröffnung der Großtagespflege lange Anfahrtswege zur Arbeit. Benedikt Graw arbeitet derzeit als Bildungsreferent für die Kirche am Niederrhein, Diplom-Sozialpädagogin Yvonne Graw als Erziehungsberaterin und systemische Familientherapeutin in Lüdinghausen. Beide können inzwischen eine spezielle Qualifikation für die Kindertagespflege nachweise; auch Benedikts Schwiegermutter hat sich zur Kindertagespflegeperson ausbilden lassen. Graw: „Sie wird uns unterstützen.“

Angedockt an Sozialdienst SkF

Die Sätze für die U3-Betreuung im Baumhaus sind die selben wie im Kindergarten. „Wir rechnen mit dem Jugendamt ab“, erklärt Benedikt Graw. Angedockt ist die Großtagespflege an den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). „Sie sind für uns steter Ansprechpartner“, sagt Graw. „So wurden wir vom Sozialdienst auch bei der Bauplanung beraten.“

Die Betreuungszeiten wollen die Graws auch nach den Wünschen der Eltern gestalten. „Wir haben da ein hohes Maß an Flexibilität, weil hier wohnen“, setzt Benedikt Graw auf den Standortvorteil. Geplante Kernöffnungszeit: 7 bis 16.30 Uhr. Beim täglich frisch zubereiteten Essen setzen die Betreiber auf biologisch-nachhaltige Kost: „Wir werden auch selbst Gemüse anpflanzen.“

 
 

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