Baumesse stellte die Frau in den Mittelpunkt

Bernd Kiesewetter
Foto: Karl Gatzmanga
Foto: Karl Gatzmanga
Foto: WAZ FotoPool
Auf den „6. RuhrBau & Energietagen“ mit 250 Ausstellern ging es besonders um die speziellen Bedürfnnisse der Frauen beim Bauen und Renovieren. Denn Frauen entscheiden auf Baustellen im eigenen Haus anders als Männer.

Bochum. Annemarie Knies ist Heimwerkerin aus Leidenschaft und weiß bestens, wie man tapeziert, Böden verlegt und bestimmte Dinge montiert. „Mit Hammer und Nagel kann ich umgehen“, sagte sie gestern bei der „BauFrau 2012“ im Ruhrcongress. Die „6. Ruhr-Bau und Energietage“ mit 250 Ausstellern hatten erstmals die Frau in den Mittelpunkt gerückt und einen Bereich speziell für die Wünsche der Frau beim Bauen und Renovieren aufgebaut. Denn über das Einrichten und den Gesundheitsstandard entscheiden Frauen oft anders als Männer.

„Betreten der Baustelle erwünscht. Männer haften für ihre Frauen“, steht an dem Zaun, hinter dem die Ostwestfälin (59) in einer Übungsbaustelle ihre Workshops gibt. Die lebenslustige Familienmutter trägt einen Arbeitshut und an der Jeans baumeln Handschuhe und ein Metermaß. Diesmal erklärt sie einer Besucherin aus Bochum, auf was man beim Tapezieren achten muss, zum Beispiel wie man die Steckdosenbereiche schneidet, ohne dass alles zerfranst. Die Kundin, die einen Arbeitsoverall trägt, ist dankbar. Sie erfahre „viele Kniffe, auf die man selber nicht kommt“.

Immer mehr Frauen greifen selbst zum Werkzeug

Immer mehr Frauen greifen selbst zum Werkzeug, heißt es auf der Messe. Es gebe viele Single-Haushalte, und das Geld sei oft auch knapp.

„Männer sind rational veranlagt“, sagt Alfred Bokelmann, Veranstalter der BauFrau. „Frauen sind viel ästhetischer. „Sie kriegen es hin, aus Sachen, die einfach nur fertig werden müssen, auch etwas Schönes herauszukommen.“ Sie würden bei gleichen finanziellen Umständen „mehr Klasse herausarbeiten“.

Aber nicht nur das Handwerken, auch die Dinge zum Genießen nach der Bauphase wurden auf der Messe präsentiert. Da gab es zum Beispiel Wasserbetten und Massagegeräte. Andere Stände mit Schmuck, Kleidung und Kosmetik waren eher deplatziert.

Rein rational ging es im Kernbereich der Ruhr-Bau zu. Dort wurden die Klassiker des Bauens wie Baustoffe, Fußböden, Gartenbau, Heizung, Dächer, Fenster präsentiert.