Barbaramahl im Ratssaal bleibt nicht einmalig

Jürgen Stahl
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Bochum.  Der Katholikenrat richtete als offiziellen Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr.2010 das erste „Barbaramahl“ im Bochumer Ratssaal aus - und will damit eine neue Revier-Tradition begründen.

Der Ratssaal wurde zum Festsaal: Mit dem „Barbaramahl“ will der Katholikenrat Bochum und Wattenscheid über das Kulturhauptstadtjahr hinaus eine neue Tradition im Ruhrgebiet begründen. Der Auftakt war verheißungsvoll.

140 Besucher auch aus den Nachbargemeinden folgten am Freitagabend der Einladung des höchsten katholischen Laiengremiums unserer Stadt und nahmen an den gedeckten Tafeln im Rathaus Platz. „Wir hatten auf eine gute Resonanz gehofft. Dass so viele, auch hochrangige Gäste gekommen sind, erfüllt uns mit Stolz und Freude. So schön und festlich haben wir den Ratssaal noch nie gesehen“, schwärmte der Vorsitzende des Katholikenrates, Lothar Gräfingholt.

Beitrag der Katholischen Kirche zu Ruhr.2010

Kurz vor Ende von Ruhr.2010 war das „Barbaramahl“ der offizielle Beitrag der Katholischen Kirche in Bochum zum Kulturhauptstadtjahr. „Bei der Planung stand für uns sehr schnell fest, dass die in ganz Europa verehrte Heilige Barbara im Mittelpunkt unseres Projektes stehen sollte. Motto: ,Aus dem Dunkel ans Licht’“, erklärte Gräfingholt. Die Idee: zum Namenstag von St. Barbara ein Menü zu servieren, dessen Erlös der Hospizarbeit zugute kommt. Immerhin ist die Heilige nicht nur Schutzpatronin der Bergleute, sondern auch Nothelferin der Sterbenden.

Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert übernahm die Schirmherrschaft, Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz stellte den Ratssaal zur Verfügung. Firmen, Institutionen und Privatpersonen gewährten ideelle und materielle Unterstützung. Das Haus Kemnade bereitete des viergängige „Barbaramahl“ zu. Serviert wurden u.a. Zanderfilet und Kaninchenkeule.

Schmecken ließen es sich neben Dr. Lammert und Dr. Scholz u.a. Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und der frühere Essener Weihbischof Franz Grave. Aus der thüringischen Partnerstadt Nordhausen war Oberbürgermeisterin Barbara Rinke angereist. Vertreter aus der ukrainischen Partnerstadt Donezk konnten gleichfalls begrüßt werden. Den internationalen Charakter des „Barbaramahls“ unterstrich zudem der Besuch des Bischofs von Tarnow (Polen), Dr. Wiktor Pawel Skworc.

Spenden zugunsten der Hospizbewegung

Der Katholikenrat hatte seine Gäste zuvor um großzügige Spenden zugunsten der Hospizbewegung gebeten. Wie hoch der Erlös des Auftaktabends ausfällt, stand am Wochenende noch nicht fest.

Sicher ist: Das erste „Barbaramahl“ wird nicht das letzte gewesen sein. Lothar Gräfingholt: „Das Mahl soll fortan in jedem Jahr am Freitag vor dem Namenstag der Schutzheiligen, dem 4. Dezember, gehalten werden. Es soll auch in anderen Städten im Revier veranstaltet werden. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sollen ebenso teilnehmen wie ehrenamtlich Tätige, Christen, Muslime, Juden.“

Einen frommen Wunsch hat der Katholikenrat: In jedem zweiten oder dritten Jahr soll das Mahl nach Bochum zurückkehren - und den Rats- in einen Festsaal verwandeln.