Baltz erweitert sich aus Familientradition

Andor Baltz blickt aus seinem Fenster auf die neue Baustelle für den Anbau.
Andor Baltz blickt aus seinem Fenster auf die neue Baustelle für den Anbau.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum. Das Modehaus Baltz wird sich erweitern und mit einem Neubau die Lücke schließen, die dem Unternehmen in seinem Besitz im Dreieck Bongard-, Pariser Straße und Schützenbahn bislang fehlte.

„Schon meine Großmutter und mein Vater waren an den Grundstücken interessiert“, sagt Andor Baltz, Chef der aktuellen Generation des 185 Jahre alten Bochumer Familienunternehmens. Die Besitzer, eine Erbengemeinschaft, mochten aber bislang nicht verkaufen – bis vor zwei Jahren. Eigentlich, sagt Andor Baltz, hatte er gar nicht vor, so rasch einen Neubau zu realisieren. Schließlich ist es erst drei Jahre her, dass er sein Haus großzügig erweitert hatte um eine Aufstockung hin zur Pariser Straße/Schützenbahn.

1827 wurde der Grundstein gelegt

Einen „hohen einstelligen Millionenbetrag“ wird er in die Schützenbahn 8 und 10 investieren; teils der Tradition geschuldet, dass die erste Baltz-Generation 1827 am Standort den Grundstein für die Expansion des Betriebs gelegt hatte, teils deshalb, „weil wir uns als Marktführer festigen wollen“. Baltz sieht diesen Schritt auch als Reaktion auf die Einzelhandelspläne an der Viktoriastraße.

Der Neubau wird mit 35 Metern das benachbarte Sparkassenhaus überragen mit insgesamt neun Etagen, davon sechs, die die Verkaufsfläche um 2000 Quadratmeter auf dann 13.000 Quadratmeter erweitern, sowie Verwaltung, Kantine und Technikgeschosse. Zwei gläserne Aufzüge öffnen den Blick weit in die Innenstadt. Zugänge wird es an der Schützenbahn indes nicht geben.

20 neue Arbeitsplätze werden geschaffen

Die größte Herausforderung wird die Gründung sein: „Es ist eine tiefe Baugrube erforderlich. 60 Pfähle müssen in den Boden gebohrt werden, weil sich das Grundwasser durch die U-Bahn abgesenkt hat.“ Zur Schützenbahn hin schrammt der Neubau nah am EGR-Tunnel vorbei, getrennt durch eine Spundwand. Das künftige Tiefgeschoss wird tiefer liegen als die Tiefgarage.

20 neue Arbeitsplätze werden geschaffen; insgesamt hat das Unternehmen dann 300 Mitarbeiter (inklusive Ruhrpark). Im Zuge des Anbaus wird die 30er-Jahre-Fassade zur Bongardstraße 2013 renoviert. Im Herbst nächsten Jahres soll alles fertig sein. Dann wird das Dönnighaus-Wursthäuschen, während der Bauarbeiten in einem Container untergebracht, in den Neubau integriert.

Teile des Stammhauses werden ebenfalls Baustelle. So werden Bereiche abgesperrt, wo später die Verbindung Alt- und Neubau erfolgen. Deshalb winken Rabatte.

 
 

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