Bahn frei für Sänger bei der Chorwoche im Starlight Express

Zum Finale gab’s Blumen für die Chorleiter im Starlight Express,
Zum Finale gab’s Blumen für die Chorleiter im Starlight Express,
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Chorwoche im Starlight Express: Insgesamt 800 Sängerinnen und Sänger unterstützen noch bis Sonntag die Aufführungen des Bochumer Erfolgsmusicals.

Bochum.. Die erste Gänsehaut stellt sich beim Titelsong ein. Welche Kraft, welche Dynamik, welche Inbrunst, mit der Rustys Beschwörung des Starlight Express befeuert wird! Dafür sorgen insgesamt 800 Sängerinnen und Sänger, die dem Erfolgsmusical im Jahr 27 eine Premiere bescheren: Es ist Chorwoche am Stadionring.

Schulklassen, Laientheater oder Gesangsvereine: Ständig erhalten die Starlight-Macher Post von Gruppen, die die Lieder einstudiert haben und die Darsteller zu sich einladen. „Das ist leider kaum möglich“, weiß Starlight-Sprecherin Ellen Lübke-Meier. 2014 machte die Rollschuh-Riege eine Ausnahme. „Ein Chor in Essen trug uns seine Starlight-Songs vor. Wir waren auf Anhieb begeistert.“ Alsbald war die Idee geboren: eine Show mit Chor-Unterstützung zu gestalten.

Anfang des Jahres erging der bundesweite Aufruf. Die Resonanz war immens. Über 40 Chöre von Hamburg bis Baden-Württemberg bewarben sich. 22 Gruppen mit insgesamt 800 Mitgliedern zwischen sechs und 75 Jahren wurden ausgewählt.Im Frühsommer und Herbst fanden sie sich zu Proben im Musicaltheater ein. Dort stand derweil fest: Mit einem Abend ist es nicht getan; es wird vier Shows mit jeweils 200-köpfiger Chor-Begleitung geben.

Stimmgewalt auf den Tribünen

Zum Auftakt am Mittwochabend reisten vier Chöre u.a. aus Marienheide (Oberbergischer Kreis) und Borken an. In einheitlichen schwarzen Shirts postierten sich jeweils 100 Sängerinnen und Sänger auf den eigens freigehaltenen Seitentribünen. Orchestermitglied Harald Schollmeyer fungierte auf dem zentralen Technikpodest als Dirigent.

Zweieinhalb Stunden später: 1500 Besucher feiern nicht nur – wie an jedem Abend – mit Standing Ovations das Ensemble, sondern vor allem die Chöre, die für zusätzlichen Glanz unterm Sternenhimmel sorgen. Bei zehn Liedern stimmen die Sängerinnen und Sänger mit ein: neben dem Starlight-Thema auch beim elegischen „AC/DC“ und ewigen „Licht am Ende des Tunnels“.

Fabelhaft, mit welcher Stimmgewalt die Chöre den altbekannten Starlight-Klassikern eine neu, so zuvor nie gehörte Rasanz und Tiefe verleihen. Schade nur, dass die Chöre wenn nicht mit ihrer Qualität, so doch mit der Quantität unter ihren Möglichkeiten bleiben. Die meisten Einsätze fällen nur kurz aus. Bei Songs, bei denen sich eine Chorbegleitung angeboten hätte (etwa bei der großartigen neuen Liebesballade „Für immer“), bleiben die musikalischen Gäste komplett stumm. Das Potenzial der Chöre kommt zwar hervorragend zur Geltung, wird aber nicht voll ausgeschöpft.

Das Publikum ist gleichwohl begeistert. Strahlende Mienen bei den Sängern. Blumen für die Chorleiter. Fortsetzung folgt. Die Chorwoche dauert noch bis Sonntag.

 
 

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