Bäume am Krupp-Plateau fallen für Gewerbe

Zwischen Jahrhunderthaus und Colosseum sind dies Bäume gefällt worden. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Zwischen Jahrhunderthaus und Colosseum sind dies Bäume gefällt worden. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
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Die roten Ziegel brechen sich wieder Bahn an der Alleestraße. Dort, wo sich in den letzten bald 30 Jahren Pioniergehölze – viele Birken – Platz verschafften, blicken die Menschen wieder auf Tristesse. Etliche Leser wandten sich an die WAZ und beklagten die Rodungen am Westparkgelände. „Von ‘Park’ kann man ja wohl nicht mehr sprechen. Es gibt in Bochum nichts einfacheres, als einen Baum zu fällen“, schrieb ein Anwohner.

Auf und am „Krupp-Plateau“ zwischen Colosseum und IG-Metall-Jahrhunderthaus tut sich was. Das ist der Grund, warum diese Bäume fallen mussten. „Wir haben das mit dem Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt abgestimmt“, erläutert Burkhard Bahrenberg, der für die Landesgesellschaft NRW.Urban (früher LEG) den Westpark und die angrenzenden Flächen entwickelt.

Rund 15 000 qm Gewerbefläche sind denkbar

Erschlossen, wie die WAZ berichtete, ist bereits das Gelände entlang der Gahlenschen Straße. In einem zweiten Abschnitt soll nun das Plateau und die davorliegenden Grundstücke, die sich bereits im Besitz des Landes befinden, baureif gemacht werden. Insgesamt 2,9 Millionen Euro kosten die zum Teil sehr aufwändigen Maßnahmen. Kein Wunder, denn die vor einigen Jahren freigelegten Fundamente des 1912 in Betrieb genommenen Martinstahlwerkes II des Bochumer Vereins bedeuten selbst für schwere Baumaschinen eine Herausforderung. Abgerissen wurden die mächtigen Hallenschiffe nach 1983. Auf einer Luftbildaufnahme von 1985 zeigt sich die Fläche bereits blank geputzt.

Nach aktuellen Plänen soll auf dem etwa 16 Meter oberhalb der Alleestraße liegenden Plateau Gewerbe und Dienstleistungen angesiedelt werden. Rund 15 000 qm Gewerbefläche sind denkbar, unten an der Straße kommen etwa 6000 qm hinzu. „Wir möchten gerne noch in diesem Jahr mit der Baureifmachung beginnen“, sagt Bahrenberg.

Vom Gedanken, dort oben Wohnungen oder sogar Einfamilienhäuser zu errichten, kamen die Planer recht schnell wieder ab. Gutachten zum Baugrund und zur Lärmbelastung durch die benachbarten Schmiedebetriebe machten einen dicken Strich durch diese Überlegungen.

 
 

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