Autozulieferer belasten Ex-BMW-Mitarbeiter bei Schmiergeld-Prozess in Bochum

Im Prozess um Schmiergeldzahlungen belasten Autozulieferer  Ex-BMW-Mitarbeiter schwer.
Im Prozess um Schmiergeldzahlungen belasten Autozulieferer Ex-BMW-Mitarbeiter schwer.
Drei Autoteile-Zulieferer haben vor dem Bochumer Landgericht gestanden, einen ehemaligen für Auftragsvergaben zuständigen BMW-Mitarbeiter geschmiert zu haben. Dieser bestreitet die Vorwürfe. Ein Freispruch wird aber immer unwahrscheinlicher.

Bochum.. Die Situation für einen Ex-Einkäufer (62) von BMW wird vor dem Bochumer Landgericht immer bedrohlicher. Der Münchner, der seit Sommer 2010 in U-Haft schmort, soll jahrelang bestechlich gewesen sein. Er bestreitet dies.

Nur: Drei Teilezulieferer (50, 56, 59) sitzen ebenfalls auf der Anklagebank - und sie räumen ohne Umschweife ein, dass sie den BMW-Mann geschmiert haben, damit er ihnen millionenschwere Aufträge zuschanzt. Für den Verteidiger des 62-Jährigen dürfte es Schwerstarbeit sein, bei dieser Prozesslage noch einen Freispruch herauszuholen.

"Bild eines gierigen Angestellten"

Der Anklagevorwurf zeichnet das Bild eines gierigen Angestellten, der große Macht an einer Schlüsselstelle hatte und diese mit raffgierigen Geldforderungen für sich privat ausnutzte. Seit 2002 soll er von Zulieferern mehrere 100 000 Euro in bar abkassiert und teure Reisen angenommen haben, unter anderem zu Formel-1-Rennen. Laut Anklage ließ er sich auch einen neuen BMW Z4 schenken, obwohl er bereits im Vorruhestand war. Er soll einem Zulieferer gesagt haben, dass er auch weiterhin Einfluss auf die Auftragsvergaben bei BMW habe.

Der Angeklagte weist dies alles zurück. Aber warum sollen die mitangeklagten Zuliefer lügen, zumal sie sich ja selbst schwer mitbelasten? Diese Frage wird die 2. Strafkammer aufklären müssen.

Bereits vierter Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter

Der Verteidiger des ehemaligen BMW-Einkäufers ist jedenfalls kämpferisch. Am Montag, am siebten Prozesstag, stellte er gegen Richter Dr. Marcus van den Hövel seinen vierten Befangenheitsantrag wegen angeblicher Voreingenommenheit. Drei waren zuvor bereits als unbegründet oder unzulässig verworfen worden. Über den vierten wird bis zum 7. Februar entschieden.

Aufgeflogen war der Fall bei Ermittlungen gegen einen Ex-Mitarbeiter von Audi. Er sitzt wegen Bestechlichkeit bereits fast fünf Jahre Haft ab. Anfangs war die Staatsanwaltschaft Siegen zuständig, weil die Zulieferer teilweise aus diesem Raum kommen. Aber die Siegener gab den Fall nach Bochum ab, weil es hier eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft gegen Wirtschaftskriminalität gibt.

 
 

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