Ausflug zur Halde Lothringen I/II in Bochum

Die Rohr-Installation „Über(n) Ort“ schmückt die Haldenkante der Bochumer Halde Lothringen I/II.
Die Rohr-Installation „Über(n) Ort“ schmückt die Haldenkante der Bochumer Halde Lothringen I/II.
Mitten im Ruhrgebiet liegt ein Gebirge, das es vor einigen Jahrzehnten noch gar nicht gab: Die Halden und Deponien mit den Abfällen der Montanindustrie bilden mittlerweile eine beachtliche Bergwelt. Ein Ausflug zur Halde Lothringen I/II in Bochum.

Bochum.. Die langgestreckte Halde macht einen ziemlich unfertigen Eindruck. Kein ordentlicher Weg führt hinauf, kein Schild gibt Auskunft, kein Parkplatz ist in der Nähe. Nur eine 220 Meter lange Installation aus gelben Rohren und Säulen auf dem oberen Haldenplateau beweist un übersehbar, dass hier vor nicht all- zu langer Zeit mal Hand angelegt wurde.

Dabei hat die Halde der ehemaligen Zeche Lothringen schon etliche Jahre auf dem nur spärlich begrünten Rücken: 1967 wurde letztmalig aufgeschüttet – seitdem hat sich bis auf die Installation von Kirsten Kaiser mit dem bedeutungsschweren Namen „Über(n) Ort“ wenig Sichtbares getan.

Im Gegenteil: Am östlichen Ende der Installation ragen, etliche Meter unterhalb des Plateaus, alte Schienenreste aus dem Haldenkörper. (Hinweis: Wer die Schienenreste sucht, sollte äußerste Vorsicht walten lassen: Die extrem steil abfallende Böschung ist ungesichert!)

Teile der Halde wurden abgetragen

Was man heute von der Halde Lothringen als Erhebung sieht, ist nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Zechenhalde. Große Teile wurden abgetragen und eingeebnet, mit Straßen und Gewerbeflächen überbaut. Ein Haldenbesuch gibt Rätsel auf: Nur zwei Pfade führen auf das Plateau der Halde, die zwar ringsum von niedrigem Buschwerk und Bäumchen begrünt ist, sich aber oben drauf völlig kahl und unwirtlich zeigt.

[kein Linktext vorhanden] Am südlichen und westlichen Fuß der Halde ist es schon wesentlich anheimelnder: Wo einst Zechenbahnen fuhren, gibt es heute schön ausgebaute Freizeitwege, die von Radlern, Joggern und Spaziergängern mit und ohne Hund gerne genutzt werden. Nicht weit entfernt ist die ehemalige Zeche Lothringen, heute Heimat von Künstlern und Kreativen.

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