Architektur als Projekt

Wolfgang Krenz ist ein Energetiker. Wenn der Professor über seine Projekte spricht, dann voller Verve und Leidenschaft. Die BlueBox an der Lennershofstraße, das Gewerkschaftshaus an der Alleestraße, das P8-Parkhaus im Bermudadreieck. Und das „kleine Schwarze“, das Bürogebäude im Biomedizinpark. Der Architekt hat viele Spuren hinterlassen in Bochum. Sein Credo, das er als Hochschullehrer genauso vertritt: sozial reflektierte Architektur, kommunikativ und diskursiv.

Fast zwei Jahrzehnte hat er Architektur an der Hochschule Bochum gelehrt, „Heimat“ sei ihm die Hochschule geworden, sagt er. Hier hat er sogar einen Walnussbaum gepflanzt. Nun lehrt er an der EBZ Business-School im Springorum-Innovationspark. „Diese Hochschule liebe ich“, sagt der Mann, der das Rentenalter längst durch hat und vor kurzem einen runden Geburtstag feierte. Er schätzt die Architektur der noblen neuen Schule, ist stolz, dass sein neuer Arbeitgeber ihm ein schickes kleines Arbeitsatelier zur Verfügung gestellt hat.

An der EBZ hat er zum Wintersemester 2012/13 erstmal den Master-Studiengang „Projektentwicklung“ aufgelegt. Die Studierenden rekrutieren sich aus vielen Bereichen. Manche haben kaufmännischen Hintergrund, andere abgeschlossene Architektur- oder Ingenieursstudiengänge hinter sich. Studiengangsleiter Krenz will ihnen eine Mischung aus kaufmännischer Vernunft, baulicher Kreativität und technischem Sachverstand vermitteln. Ein interdisziplinäres Team an renommierten Wissenschaftlern hilft dabei.

Die zukünftigen Projektentwickler sollen damit exzellent ausgerüstet werden, um an der oft knirschenden Schnittstelle zwischen Architektur und Ökonomie zu arbeiten.

Krenz, der sich als „alter 68er“ tituliert, der nach Selbstauskunft auch schon sechs Jahre seines Lebens als Orangenzüchter in Griechenland gelebt hat, ist inzwischen überzeugter Bochumer. „Sie haben da eine tolle Stadt“, habe er mal zum damaligen OB Stüber gesagt. Doch den Menschen hier sei immer noch nicht klar, dass sie im „Melting Pot der Bildung“ leben würden. Als Bochumer wird er auch geradezu wütend, wenn die Sprache auf Opel kommt. „Als Betriebsrat hätte ich den Vorstand verprügelt“, ruft er und man nimmt ihm das glatt ab. Für Opel hat der Energetiker auch eine Vision. Da könne man einen neuen Stadtteil entwickeln. Rund um ein Zentrum für Mobilität, eine riesige Ausstellung zu Fahrzeugen. Mit Gastronomie, Büros, Hotellerie, Wohnen. „2000 Arbeitsplätze“ sagt er.

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