Bochum

„Deutschland 2018. Nichts hat sich verändert“ – jüdischer Mann rechnet mit Bochumer Nazis ab

Bochum. Es waren Äußerungen und Handlungen, die man in Deutschland eigentlich nie wieder für möglich gehalten hatte. Anfang Dezember letzten Jahres verbrannten Antisemiten israelische Flaggen vor dem Brandenburger Tor, skandierten immer wieder „Tod den Juden“.

Doch nicht nur in Berlin breitet sich die Feindlichkeit gegenüber dem Judentum und seinen Anhängern aus. Der offen zur Schau getragene Antisemitismus ist auch im Ruhrgebiet offenbar wieder zu einem wachsenden Problem geworden.

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Erst vor Kurzem berichtete Twitter-User „BobDylanUltra“ über einen Angriff auf seine Person in Bochum: „Gerade antisemitisch in der U Bahn beleidigt worden, inklusive Morddrohung. Kurzes Handgemenge. Deutschland 2018. Nichts hat sich geändert!“

Mehrere Dutzend Mal wurde der Text bereits geretweetet. Und die Fassungslosigkeit spiegelt sich auch in den Kommentaren.

  • Kai Eff: „Es gibt genug Menschen, die sowas nicht hinnehmen und zu dir und allen stehen, die das ertragen müssen. Wir sind deutlich mehr. Und lass dich von den Nazi-Schlümpfen - auch in den Replies hier- nicht unterkriegen.“
  • Nina: „In Gedanken bin ich mit Ihnen. Dieser Herausforderung können wir nur mit Vernunft und Bildung entgegentreten.“
  • das gute A.: „Nie wieder! Es tut mir leid, dass Du das erfahren musstest. Aus Hamburg solidarische Grüße.“

Auf Nachfrage bei der Bochumer Polizei konnte der Vorfall weder bestätigt noch dementiert werden. Das liege daran, so Polizeisprecher Marco Bischoff, dass in den Systemen der Polizei erst einmal nur der Tatbestand der Beleidigung oder der Körperverletzung gelistet sei. Der konkrete Vorfall also kaum auffindbar.

Angriffe auf jüdischen Mann in Dortmund

Jedoch war es in Bochums Nachbarstadt Dortmund in den vergangenen Wochen vermehrt zu dokumentierten Angriffen auf jüdische Privatpersonen oder Organisationen gekommen.

So wurde drei Mal innerhalb von nur wenigen Tagen ein junger Mann (26) aus Schwelm von drei Männern antisemitisch beleidigt. Einen Faustschlag gegen seinen Kopf konnte er gerade noch abwehren. Die Vorfälle ereigneten sich am 21. und 24. Juni.

Statement der SPD Dortmund

Die SPD in Dortmund hatte den Vorfall gegenüber Dortmund 24 scharf verurteilt: „Es reicht! Unser Marten hat keinen Platz für Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus! Unsere Solidarität gilt dem angegriffenen jungen Mann. Es darf nicht sein, dass Menschen in unserem Stadtteil aufgrund ihrer Religion oder Herkunft Angst haben müssen, wenn sie auf der Straße unterwegs sind.“

 
 

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