Bochum

Anti-HIV-Pille für 52 statt 800 Euro – diese Bochumer sorgen für einen Meilenstein in der Aids-Vorsorge

Der Bochumer Arzt Dr. Norbert Brockmeyer (l.) und Apothekerin Dr. Inka Krude haben PrEP bezahlbar und zugänglich gemacht.
Der Bochumer Arzt Dr. Norbert Brockmeyer (l.) und Apothekerin Dr. Inka Krude haben PrEP bezahlbar und zugänglich gemacht.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool, dpa
  • Bisher war die HIV-Vorsorge-Pille PrEP nahezu unbezahlbar
  • Zwei Bochumer Mediziner haben das nun geändert
  • Bald soll es das Medikament für 52 statt ursprünglich 800 Euro deutschlandweit in der Apotheke geben

Bochum. Kennst du die Alte Apotheke in der Bochumer Innenstadt? Sie ist mit 325 Jahren nicht nur Bochums ältestes Unternehmen, sondern nun auch Ausgangspunkt für einen Meilenstein der HIV-Vorsorge.

Die Besitzerin, Dr. Inka Krude, hat gemeinsam mit dem Bochumer Arzt Dr. Norbert Brockmeyer für eine deutschlandweite Zugänglichkeit einer Anti-Aids-Pille gesorgt.

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Rund 800 Euro musste man bisher in deutschen Apotheken hinblättern, um eine Monatsration PrEP zu bekommen. Fast unbezahlbar! Das Medikament hilft Menschen in HIV-Risikogruppen, eine Ansteckung zu verhindern.

Vor riskanten sexuellen Kontakten eingenommen, senkt es das Ansteckungsrisiko um rund 90 Prozent!

Nachdem das Patent des Original-Medikaments „Truvada“ abgelaufen war, war der Weg für eine flächendeckende Versorgung geebnet. In zähen Verhandlungen und mit viel Überzeugungsarbeit bei Generika-Herstellern schufen Brockmeyer und Krude die Möglichkeit, die HIV-Vorsorge-Pille nun für schlappe 52 Euro in deutschen Apotheken zugänglich zu machen.

Senkung der Ansteckungsrate um 40 Prozent

„Bisher wurde PrEP meist illegal aus Indien über Online-Händler gekauft. Dadurch waren die Patienten ohne ärztliche Betreuung“, sagt Brockmeyer im Gespräch mit DER WESTEN. „Nun kann es unter ärztlicher Kontrolle und Beratung eingenommen werden. In Studien wurde die HIV-Ansteckungsrate bei PrEP-Nutzern und der dazugehörigen Beratung um über 90 Prozent gesenkt. Forscher in den USA berechneten eine Gesamt-Verringerung der HIV-Neuinfektionsrate von 40 Prozent. Es ist ein Meilenstein in der Chance, die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland zu senken.“

Seit Freitag gibt es die Anti-Aids-Pille in der Alten Apotheke in Bochum. Schon bald soll sie in ganz Deutschland erhältlich sein. Krude lädt alle Apotheker ein, sich bei Interesse bei ihr zu melden.

 

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