Anstieg auf über 3000 Asylbewerber dieses Jahr erwartet

Wie große die Raumnot in Bochum ist, zeigt diese Aufnahme. Sogar eine Turnhalle musste zur Notunterkunft umfunktioniert werden.
Wie große die Raumnot in Bochum ist, zeigt diese Aufnahme. Sogar eine Turnhalle musste zur Notunterkunft umfunktioniert werden.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Von der nächsten Woche an fallen die Entscheidungen über den Bau von vier auf das Stadtgebiet verteilte Containerdörfer

Bochum.. Mit einer Schweigeminute für die vielen hundert Flüchtlinge, die in den letzten Tagen im Mittelmeer ertrunken sind, begann am Donnerstag die Sitzung des Sozialausschusses. Erst dann ging Sozialdezernentin Britta Anger auf die Flüchtlingssituation vor Ort ein. „Nach allem, was wir heute wissen, könnten in diesem Jahr bis zu 1700 zusätzliche Flüchtlinge nach Bochum kommen.“ Mit den heute bereits rund 1400 Flüchtlingen in Bochum lebten dann zum Jahresende mehr als 3000 Flüchtlinge in der Stadt

Diese Zahl ließe sich laut Anger nach den aktuellen Prognosen und dem Verteilungsschlüssel berechnen. Um den nach wie vor schlechten Betreuungsschlüssel (derzeit kommen auf einen Sozialarbeiter mehr als 200 Flüchtlinge) zu verbessern, laufen Einstellungen von zusätzlichen Sozialarbeitern.

"Wir stehen vor einer gewaltigen Herausforderung"

Ziel der Verwaltung sei es, ihn zum 1. August auf das Verhältnis 1:100 zu verbessern. Da die Zuteilung der Bundes- und Landesmittel stets anhand der zu Beginn des Jahres erhobenen Zahl von Flüchtlingen in der Stadt berechnet wird, rechnet Bochum für dieses Jahr mit Mehrkosten in Höhe von rund sieben Millionen Euro, die erst im darauffolgenden Jahr erstattet werden können.

Zum ersten Mal berichtete der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Flüchtlinge, Pfarrer Holger Nollmann, aus dem Kreis der Initiativen und Wohlfahrtsverbände. „Unsere einhellige Meinung ist, dass wir alle vor einer gewaltigen Herausforderung stehen." Ein Ziel sei es, den wünschenswerten Zielen der Stadt konkrete Forderungen und Vorschläge aus der Arbeitsgruppe hinzuzufügen. Dies gehe über die Dolmetscherfrage bis zur Beschulung der Flüchtlingskinder

Von der nächsten Woche an werden die Bezirksvertretungen über die vier Standorte von Containerdörfern für bis zu 100 Menschen beraten. Die Verwaltung hat Flächen an der Herzogstraße 73-75 (Mitte), am Nordbad (Nord), der Evertalstraße (Ost) und der Kemnader Straße 437-439 (Süd) ausgewählt.

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