Anklage nach zweifach tödlichem Verkehrsunfall in Bochum

Die Hauptstraße am 4. März: Völlig zerstört wurden die Autos der Cabrio-Fahrerin aus Witten (rechts) und der später verstorbenen Opfer (links).
Die Hauptstraße am 4. März: Völlig zerstört wurden die Autos der Cabrio-Fahrerin aus Witten (rechts) und der später verstorbenen Opfer (links).
Foto: Karsten John
Gegen eine 46-jährige Autofahrerin aus Witten hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung erhoben. Am 4. März war sie in Langendreer in den Gegenverkehr geraten. Zwei Menschen starben. Laut Anklage soll die Angeschuldigte durch eine SMS abgelenkt worden sein.

Bochum. Nach einem besonders entsetzlichen Unfall hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen eine 46-jährige Autofahrerin aus Witten erhoben. Das bestätigte am Montag das Amtsgericht auf WAZ-Anfrage. Der Frau wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Zwei Menschen waren durch den Unfall ums Leben gekommen.

Am Mittag des 4. März fuhr die Frau mit ihrem Cabrio über die Hauptstraße in Langendreer. Plötzlich geriet sie in den Gegenverkehr. Dort prallte sie gegen einen Motorradfahrer (60) und einen Pkw aus Bochum. Die darin sitzende Beifahrerin (77) wurde so massiv verletzt, dass sie unter Reanimationsmaßnahmen in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, wo sie noch am selben Tag starb. Der Fahrer (86) erlag wenige Tage darauf seinen Verletzungen. Der Motorradfahrer überlebte, wurde allerdings äußerst schwer verletzt.

Schon sechs Verkehrstote in diesem Jahr in Bochum

Warum die Angeschuldigte, die selbst schwer, wenn auch nicht lebensgefährlich verletzt worden war, auf die Gegenfahrbahn geriet, muss das Schöffengericht klären, ein Termin steht noch nicht fest. Die Anklage wirf ihr aber vor, durch eine empfangene Kurznachricht (SMS) auf ihrem Handy abgelenkt worden zu sein. Fünf Notärzte und 27 Rettungskräfte waren damals im Einsatz.

Allein in diesem Jahr sind in Bochum schon sechs Verkehrstote zu beklagen. Anfang Januar starb ein 35-jähriger Autofahrer nach einem Unfall auf dem Munscheider Damm. Er war in den Gegenverkehr geraten. Am 22. März starb ein Autofahrer (30) auf dem Castroper Hellweg bei einem Alleinunfall. Er war mit 140 km/h in eine Bushaltestelle gekracht. Dabei war wohl auch Alkohol im Spiel. Am 29. März starb ein Beifahrer (46) in einem völlig zerstörten Pkw auf der Wasserstraße. Ein Autofahrer (69) war von hinten mit voller Wucht aufgefahren. In diesem Fall wartet die Staatsanwaltschaft noch auf ein Gutachten. Am 22. Mai starb eine Rollerfahrerin (61). Sie war am 14. Mai an der Kreuzung Hattinger-/Bessemer Straße mit einem Pkw kollidiert.

 
 

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