„Altersdiskriminierung“ - Kita-Kinder in Pizzeria abgewiesen

Kinder lieben Pizza. In einer Bochumer Pizzeria waren sie nicht willkommen.
Kinder lieben Pizza. In einer Bochumer Pizzeria waren sie nicht willkommen.
Foto: dpa
Eine Pizzeria hat sich geweigert, 15 Kita-Kinder zu bewirten. Die Eltern sprechen von „Altersdiskriminierung“, der Chef von einem Missverständnis.

Bochum.. „Der Kunde ist bei uns König“, wirbt ein Schnellrestaurant in Gerthe für seine Pizza und Pasta. Den Eltern der Kindertagesstätte an der Fischerstraße ist der Appetit vergangen. Sie beklagen „einen sehr heftigen Fall von Altersdiskriminierung“. Der Inhaber zeigt sich gesprächsbereit.

„Wir wollten unseren Kleinen zum Start ins neue Jahr etwas Gutes tun“, sagt Martin Bakhaus, Vorsitzender des Kita-Elternbeirats. Aus der Gemeinschaftskasse sollten sich die 15 Jungen und Mädchen der Gruppe 3 in diesen Tagen ein Mittagessen in einer Pizzeria an der Lothringer Straße schmecken lassen.

Eine Erzieherin, berichtet Martin Bakhaus, machte sich am Vortag auf den Weg, um Tische für die Kita-Gruppe zu reservieren. „Wir wollten extra schon um 11.30 Uhr kommen, also noch vor der üblichen Mittagszeit“, schildert Martin Bakhaus.

Pizzeria-Inhaber will die Sache aus der Welt schaffen

Doch der Erzieherin musste unverrichteter Dinge zur Kita zurückkehren. „Der Inhaber lehnte den Besuchswunsch ab. Gründe nannte er nicht. Wir können nur vermuten, dass er keine lachenden und somit lauten Kinder in seinem Laden haben will“, schreibt der Elternbeirat in einem Brief an die WAZ und zitiert das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von 2006, das „nicht zu rechtfertigende Benachteiligungen aufgrund des Alters“ verbietet. Genau die, so die Mütter und Väter, sei den Kita-Schützlingen in Gerthe widerfahren, die letztlich in einem anderen Lokal in Gerthe satt wurden.

Der Inhaber der Pizzeria will erst von der WAZ über die Abweisung informiert worden sein. An dem fraglichen Tag sei mittags ein junger Mitarbeiter im Laden gewesen. „Ich war nicht vor Ort.“ Dass es zu keiner Reservierung kam, könne er nur als „Missverständnis“ deuten. „Kürzlich gab es mal Ärger mit Kindern, die in unsere Küche gerannt sind. Aber selbstverständlich sind auch Kinder bei uns willkommen. Wir haben kein Kinderverbot.“

Dem Elternbeirat bietet der Chef ein „klärendes Gespräch“ an: „Ich bin sicher, wir finden eine Lösung.“ Die Kita-Gruppe hätte da bestimmt einen Vorschlag parat. 15 Mini-Pizzen für die kleinen Schleckermäuler könnten die Altersdiskriminierung womöglich vergessen machen...

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