Alter Gerichtsort

In den 1920er Jahren wurde der Freigrafendamm als Allee zwischen der Wittener Straße und dem Hauptfriedhof an der Immanuel-Kant-Straße angelegt. Am 28. Dezember 1926 taucht der Name erstmals im Bochumer Straßenregister auf. Bis 1931 entstanden dort eine moderne Wohnsiedlung und auch ein Kriegerdenkmal, das direkt an der Einmündung zu Wittener Straße stand, und heute vergessen ist.

Mit Kriegerdenkmal

Das Bronzedenkmal, das einen knieenden Krieger zeigte, wurde im Zweiten Weltkrieg abgebaut und für die Rüstung eingeschmolzen. Nach dem Krieg wurde es nicht wieder errichtet, auch wurde der Sandsteinsockel 1947 geschleift. Unmittelbar am alten Standort des Denkmals entstand ein Kiosk, der, direkt an der Straßenbahnhaltestelle der 302/310 gelegen, bis in die 1980er Jahre geöffnet hatte. Seit wohl 20 Jahren schon ist der Kiosk allerdings „dicht“.

Der Name Freigrafendamm ebenso wie die dort gelegenen Gaststätten „Femlinde“ und „Freigrafenhof“ (inzwischen geschlossen) erinnern – wie im Bericht oben erwähnt – an die mittelalterlichen königlichen Gerichte in Westfalen, die in öffentlichen und geheimen Sitzungen Recht sprachen, und die man Freigerichte oder Feme nannte. Die Freischöffen und die Urteilsvollstrecker wurden aus den Mitgliedern (den sog. „Wissenden“) gewählt; der Vorsitzende im Gericht (Freiding) hieß „Freigraf“, der Sitzungsort „Freistuhl“.

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