Alte Rosen duften in Gesellschaft

Am Montag, 03. Juni 2013, schaut sich Dorothea Steffen in ihrem Garten um. Steffen stellt ihren Garten für die Aktion Offene Gartenpforte 2013 zur Verfügung.
Am Montag, 03. Juni 2013, schaut sich Dorothea Steffen in ihrem Garten um. Steffen stellt ihren Garten für die Aktion Offene Gartenpforte 2013 zur Verfügung.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
In Bochum öffnen sich Samstag und Sonntag, 8. und 9. Juni, neun Gartenpforten für den guten Zweck. Es gibt viel zu entdecken – vom englischen Rasen über den Nutzgarten bis hin zu zauberhafter Rosenromantik wie bei Dorothea Steffen. Sie pflanzt nach niederländischem Vorbild.

Bochum.. Noch sind viele Rosenknospen geschlossen. Doch die Junisonne wird die Blüten bewegen und dann duftet es in Dorothea Steffens Garten wohl himmlisch. Am kommenden Wochenende öffnet sie ihre Oase bei der Offenen Gartenpforte. „Am liebsten mag ich den alten Rosenduft“, sagt die Gärtnerin. Das süße Aroma verströmen die historischen Rosen. Jene, die vor 1867 gezüchtet wurden. Denn in diesem Jahr, so heißt es, entstand die erste moderne Rose namens „La France“.

Keinen Sicherheitsabstand

In Steffens Garten wachsen und ranken nicht nur etwa 55 Rosensorten wie die halbgefüllte Morletti. Die Blumenliebhaberin vereint in zwei großen Beeten blühende und grüne Pflanzen, wie es ihr in den Sinn kommt. Ein Vorbild sind für Steffen die Anlagen des niederländischen Landschaftgärtners Piet Oudolf. Wie bei seinen Gärten wächst hier alles dicht beieinander. Eine Nelkenart von zarter fast transparenter Blüte namens aufgeblasenes Leimkraut, gelblaubiges Geranium, Storchschnabel, Wolfsmilch und Waldflattergras gehen ineinander über. Hier und da reckt der lilafarbene Zierlauch seine tennisballgroßen Blüten aus den Gräsern hervor. „In manchen Gärten haben die Pflanzen einen Sicherheitsabstand. Das möchte ich nicht“, erklärt Steffen. Sie legt viel Wert auf Naturnähe. „Der Garten soll nicht nur für Menschen, sondern auch für Insekten ein Zuhause sein“, sagt sie. Weiter weist sie auf die Pflanzensoziologie hin, nach der bestimmte Gruppen in der Natur oft zusammenstehen. „Auch der richtige Standort ist sehr wichtig, ob Sonne oder Schatten“, merkt Steffen an.

Schwarzes Hornveilchen irritiert

Auf der zur Abendstunde schattigen Terrasse freut sich die Gärtnerin über die dicke Knospe eines Frauenschuhs. Ehemann Sebastian Steffen studiert auf einer Bank Bücher. Neben ihm irritiert ein schwarzes Hornveilchen in einem Kübel. „Eigentlich ist es ein ganz dunkles Violett“, verrät er über das düstere Detail.

Dorothea Steffen findet immer wieder Pflanzen, die sie sich in ihrem Garten wünscht. Die Auswahl scheint unendlich. „ Allein über 70.000 Taglilien sind gesichtet. Stellen Sie sich das einmal vor!“, sagt sie. Bei einer Reise nach Australien entdeckte sie die Schmucklilie für sich. „Eigentlich war ich gar nicht so für Agapanthus, aber sie blühen in einem Wahnsinnsblau“, beschreibt sie. [kein Linktext vorhanden]

Die Freude an Farbe und geordneter Unordnung macht Steffens 100-Quadratmeter-Garten sehr lebendig. Dafür sorgt nicht zuletzt das Wissen seiner Gärtnerin. So schaute sie schon als Mädchen ihrer Mutter bei der Gartenarbeit zu. Die Besucher sind am kommenden Wochenende herzlich dazu eingeladen, ihren Garten zu erleben und Steffen den ein oder anderen Tipp zu entlocken.

 
 

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