Alte Brücke wird zur Hürde für neuen Bahnhof der U35

Sabine Vogt
Die Brücke an der Universitätsstraße Ecke Max Imdahl Straße soll der neuen U35 Station weichen. Foto: Monika Kirsch
Die Brücke an der Universitätsstraße Ecke Max Imdahl Straße soll der neuen U35 Station weichen. Foto: Monika Kirsch
Foto: WAZ FotoPool

Bochum. Der Bau des Bahnhofs Gesundheitscampus der U35 stellt die Planer vor neue Herausforderungen und vor neue Kosten. Die alte Stadtbahnbrücke über die Max-Imdahl-Straße wird zur Hürde.

Noch in diesem Jahr soll der Bau des Bahnhofs Gesundheitscampus der U35 beginnen. Vorausgesetzt, der VRR steht zu seiner mündlichen Zusage, die Mehrkosten zu tragen. Denn nach jüngsten Untersuchungen steht fest, dass die alte Stadtbahnbrücke über die Max-Imdahl-Straße nicht in den Bahnhof integriert werden kann. Sie stammt aus den 1960er Jahren und wurde mit Spannstahl erbaut, der als stark „spannungsrisskorrisionsgefährdet“ gilt.

Brücke müsste verstärkt werden

Um die Gefahr zu minimieren, müsste die Brücke von außen verstärkt werden. Das hätte aber zur Folge, dass einer der Treppenabgänge vom Bahnsteig auf die Max-Imdahl-Straße zu schmal würde. 1,60 Meter Breite reichte aus Sicherheitsgründen nicht aus, wenn etwa Panik ausbräche. Hinzu kommt, dass die Stadt die Kosten für den Brückenumbau tragen müsste.

Mit einer neuen Brücke würde eine Treppenbreite von 2,80 Meter erreicht werden können. Geplant ist, einen Mittelbahnsteig anzulegen und zwei U-35-Gleise. Der VRR als Zuwendungsgeber hat dem Neubau bereits mündlich zugestimmt, so dass nun umgeplant wird und die Kosten im Finanzierungsantrag aufgenommen werden. Aktuell wird geschätzt, dass der Bahnhof damit 12,3 Millionen Euro kosten wird. Ende des Jahres soll Baubeginn sein, um ihn Mitte 2014 in Betrieb nehmen zu können.

Auf Bochum könnten damit weitere Probleme zukommen, denn es gibt stadtweit mehrere Brücken aus den 60er Jahren, die mit dem gefährdeten Spannstahl errichtet worden waren. Nun soll geprüft werden, an welchen Bauwerken Mängel vorliegen könnten.

Behindertengerechte Wegeverbindung muss sichergestellt sein

Mit dem neuen Bahnhof muss indes auch eine behindertengerechte Wegeverbindung zum künftigen Gesundheitscampus und Bio-Medizinpark sichergestellt sein. Und die muss ein Gefälle überwinden; deshalb ist vorgesehen, für Rollstuhlfahrer ebene Ruheflächen einzubauen, insgesamt fünf sollen ihnen die Überwindung des Höhenunterschieds (3,5 Prozent) erleichtern; 121 000 Euro kostet der Wegeausbau.

Hinzu kommen dann noch Kanalarbeiten (63 000 Euro) mit jährlichen Folgekosten in Höhe von 1900 Euro. Für den neuen Bahnhof Gesundheitscampus soll nun ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben werden.

Im Herbst soll auch mit der Erschließung des Gesundheitscampus selbst begonnen werden (Kosten: 1,316 Mio Euro). Fußläufig und mit dem Fahrrad wird der Campus über einen grünen Hang bis zur Terrasse erschlossen. Zwei Kreisverkehre mit einem Durchmesser von je 30 Metern sind vorgesehen; der erste führt zum Bio-Medizinpark, der zweite dient der inneren Erschließung mit den Parkplätzen. Radfahrer werden über die Kreisflächen mitgeführt.

Verkehr könnte bis auf 10.000 Fahrzeuge pro Tag anschwellen

Gerechnet wird mit 7000 Kfz pro Tag, später könnte der Verkehr bis auf 10.000 Fahrzeuge anschwellen. Es wurde ein Bedarf von 480 Stellplätzen ermittelt, wobei die Verwaltung davon ausgeht, dass sich der Parkdruck in den umliegenden Straßen nicht wesentlich erhöhen wird.

Die zwei Kreisel stoßen planerisch nicht auf ungeteilte Gegenliebe; die CDU hatte zuletzt vorgeschlagen, eine Erschließung über die Max-Imdahl-Straße zu prüfen. Dies sei wegen der Topographie nicht umsetzbar, meint das Tiefbauamt: Dagegen sprächen die Steigung, die Fußgängerführung, die Nähe zur Universitätsstraße und der Zwangspunkt der neuen Bahn-Haltestelle.