Alte Bahnhofstraße wird zu einem kleinen Märchenwald

Mitglieder der Werbegemeinschaft, Geschäftsleute um Ivana Rolovic (r.) und Stadtteilmanager Karsten Höser (4.v.l.) präsentieren die Märchenfiguren.
Mitglieder der Werbegemeinschaft, Geschäftsleute um Ivana Rolovic (r.) und Stadtteilmanager Karsten Höser (4.v.l.) präsentieren die Märchenfiguren.
Foto: Dietmar Wäsche
Froschkönig, Rotkäppchen & Co. sorgen im Advent für einen Farbtupfer im Dorf. Schulen und Kindergärten können sich für eine Vorlesestunde anmelden.

Bochum-Langendreer.  Nicht nur besinnlich und beschaulich, sondern erstmals auch märchenhaft wird es in der Adventszeit in Langendreer-Dorf zugehen. Etwa auf Höhe der Christuskirche verwandelt sich die Alte Bahnhofstraße in einen kleinen Märchenwald. Rotkäppchen, Froschkönig & Co. sei Dank. Oder besser gesagt: Ivana Rolovic sei Dank.

Die ortsansässige Geschäftsfrau (Papeterie Tintenklecks) hatte die Idee, Märchenfiguren entlang der Einkaufsstraße aufzustellen und sowohl Kindergärten als auch Schulen Vorlesestunden anzubieten. Die insgesamt acht hölzernen Märchenfiguren werden in den eingefassten Blumenbeeten stehen.

Ivana Rolovic stellt sich vor, dass man zu den Vorlesestunden Sitzkissen auf die Mauern legt. Sie selbst will Tee und Plätzchen servieren, während die Kleinen den Geschichten lauschen. Zum Vorlesen haben sich Mitarbeiterinnen der Kinderbücherei (aktuell in der Kirchschule) bereit erklärt. „Ich selbst werde auch mitmachen“, kündigt Rolovic an.

Für die Realisierung ihrer Idee holte Ivana Rolovic mehrere Partner mit ins Boot: Stadtteilmanager Karsten Höser, die Werbegemeinschaft Alter Bahnhof (WAB), den Baumarkt Ziesak als Holz-Spender, die Volksbank als Sponsor und auch die Diakonie-Werkstatt Con­stantin-Bewatt aus Grumme. Der Kontakt dorthin kam über Linus Schneider (20) zustande, der im Tintenklecks ein Praktikum absolvierte. Der junge Mann ist Autist und wird von der Diakonie betreut.

Kooperation mit Diakonie-Werkstatt

Durch den ständigen Austausch mit der Werkstatt Constantin-Bewatt entstand die Idee, die Märchenfiguren von den dort beschäftigen Menschen mit Behinderung herstellen zu lassen. „Eine tolle Sache“, findet Gregor Burda, Koordinator bei der Diakonie Ruhr Werkstätten gGmbH.

„Unser Berufsbildungsbereich hat die Figuren ausgesägt und später mit Bootslack wetterfest behandelt. Die Halterungen aus Edelstahl hat unsere Fachabteilung Metall angefertigt“, ist Broda voll des Lobes und angetan von dem Endergebnis. Die Zusammenarbeit mit Ivana Rolovic geht übrigens über die Märchenwald-Aktion hinaus: Linus Schreiber ist inzwischen fester Mitarbeiter im Tintenklecks. Gregor Broda: „Er bekleidet einen von rund 25 ausgelagerten Arbeitsplätzen.“

Ivana Rolovic, deren Mutter Sofiya die Figuren bemalt hat, hat schon immer viel mit Kindern zu tun gehabt: „Ich habe acht Jahre lang für den Caritas-Verband mit traumatisierten Flüchtlingskindern gearbeitet. Später leitete ich in der Kirchschule sechs Jahre lang eine Schönschreib-AG. Daher weiß ich, wie wichtig es ist, sich um Kinder zu kümmern“. Etwa mit dem Vorlesen von Märchen. „Ich fand früher Schneewittchen ganz toll“, kann sie sich noch gut an die eigene Kindheit erinnern. Klar, dass Schneewittchen auch einen Platz im Dorf gefunden hat. Mit den sieben Zwergen, versteht sich.

 
 

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