428 Einsätze für die Feuerwehr - U-Bahn-Stationen vom Wasser befreit

Vera Schmidt
Nach dem Unwetter ist die Feuerwehr in Bochum immer noch im Einsatz und pumpt vollgelaufene Aufzugschächte und Keller leer.
Nach dem Unwetter ist die Feuerwehr in Bochum immer noch im Einsatz und pumpt vollgelaufene Aufzugschächte und Keller leer.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
428 Mal rückte die Feuerwehr in Bochum bisher wegen des Unwetters raus - so viele Einsätze gab es seit dem Orkan Kyrill vor sechs Jahren nicht mehr. Die beiden überfluteten U-Bahn-Haltestellen Oskar-Hoffmann-Straße und Schauspielhaus werden wieder angefahren. Auch in der Mensa der Ruhr-Universität läuft der Betrieb wieder.

Bochum. Nach dem Unwetter am Donnerstagnachmittag waren die Löscheinheiten der Feuerwehr Bochum und des THW bis 3 Uhr nachts beschäftigt, vollgelaufene Keller und Wohnungen leer zu pumpen. "Als letztes konnten die Einsatzstellen an der Straße „Ecksee“ und am Harpener Hellweg abgeschlossen werden", berichtet Simon Heußen von der Feuerwehr.

Am Freitagmorgen war die Feuerwehr erneut sieben Mal im Einsatz. Es handelte sich dabei um vollgelaufene Aufzugschächte, den überfluteten Keller eines Kindergartens in Langendreer, sowie eine nach wie vor überflutete Gartenfläche in Langendreer an der Salzstraße. Dort wird der Feuerwehreinsatz auch noch mehrere Stunden andauern.

Somit erhöht sich die Zahl der Einsätze der Feuerwehr nach dem Unwetter auf 428. "Zum Glück sind wir in der Nacht von weiteren Unwettern verschont geblieben", ist Simon Heußen erleichtert. "So viele Einsätze hatten wir seit dem Orkan Kyrill 2007 nicht mehr." Immer noch rufen vereinzelt Menschen an, die Wasser im Keller haben. "Da die Feuerwehrpumpen erst ab einer Wasserhöhe von 10 Zentimeter einsetzbar sind, müssen wir die Leute auf private Unternehmen verweisen", erklärt Simon Heußen.

In Werne waren Taucher im Einsatz

Einsatzschwerpunkt in Bochum war das östliche Stadtgebiet. Am Harpener Hellweg waren mehrere Hochleistungspumpen vom THW zum Leerpumpen von Gebäuden eingesetzt. Auch an der Straße „Ecksee“ waren mehrere Gebäude voll Wasser gelaufen - Keller standen bis zur Decke unter Wasser. An der Helstraße in Werne waren Taucher der Feuerwehr Witten damit beschäftigt, einen Ablauf des Harpener Baches von Treibgut zu befreien. Durch den verstopften Ablauf war es zu einem enormen Rückstau gekommen und mehrere Wiesen und Weiden wurden überflutet.

Die Schäden wagt noch niemand zu beziffern. Verletzt wurde eine Rollstuhlfahrerin, die die Einsatzkräfte aus ihrer überfluteten Wohnung an der Salzstraße retten mussten. Die Frau wurde mit Verdacht auf Unterkühlung in ein Krankenhaus transportiert. Die Wohnung wurde anschließend mit mehreren Tauchpumpen leer gepumpt.

Uni-Mensa wieder geöffnet

Die beiden U-Bahn-Haltestellen Oskar-Hoffmann-Straße und Schauspielhaus, die nach dem Starkregen unter Wasser standen, wurden von der Bogestra zum Betriebsbeginn am Freitagmorgen wieder frei gegeben. "Die Stationen wurden bis heute Nacht vom Wasser befreit. Nun sind wir dabei, die Anlagen wieder in Stand zu setzen. Die Aufzüge in beiden Stationen laufen schon wieder. Die Reparatur der Rolltreppen wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen", bedauert Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann.

An der Ruhr-Universität Bochum wird der Mensabetrieb heute wieder normal laufen. Das Akafö hatte die Produktion Donnerstagnachmittag gestoppt und die Küchenräume aufwändig gereinigt. Das Rechenzentrum hat die größten Schäden behoben. Die Aufräumarbeiten sind jedoch noch im Gange. Ob die Veranstaltungen des Hochschulsports stattfinden, ist noch unklar. Nach einer ersten Begehung und Besichtigung schätzte Jörg Lüken, der Geschäftsführer des Akademischen Förderungswerks (AKAFÖ), am Donnerstagabend die zur Beseitigung der Folgen nötige Summe auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Die Ermittlung der genauen Schadenshöhe sowie der Dauer der notwendigen Reparaturarbeiten wird noch einige Tage in Anspruch nehmen.