400 Bochumer DPSG-Pfadfinder erobern Dänemark

Gerthe/Hiltrop..  Das Land Dänemark steckt voller Mythen. Knapp 400 Pfadfinder der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) aus Bochum hatten sich in einem zweiwöchigen Ferienlager aufgemacht, diese zu entdecken. Darunter auch die Stämme aus Gerthe und Hiltrop. Auf dem Zeltplatz „Houens Odde“ brannten bereits am ersten Abend die Lagerfeuer, bei lodernden Flammen versammelten sich die Pfadfinder um die brennenden Holzstücke, um sich die Legenden von den Götter Thor und Odin zu erzählen. Am Ende ihres Ferienlagers durften sie selbst in die Geschichte eingreifen: Unter dem Motto „Ragnarök – Götterdämmerung über Kolding“ halfen sie den Göttern, den Weltuntergang zu verhindern.

Für das Bezirkssommerlager hatten sich die Leiter der 13 Stämme etwas Besonderes ausgedacht, denn eine 14-tägige Fahrt mit so vielen Bochumer Pfadfinder hatte bislang noch nie stattgefunden. Zwei Jahre lang dauerte die Organisation, bei der die Rahmengeschichte des Ferienlagers noch die geringste Sorge war. „Es gab viele organisatorische Herausforderungen, aber am Ende ist alles glatt gegangen“, berichtet Bezirksvorstand Jan Cress (24). Zur Not war ein Sanitätsdienst vor Ort, schlimme Verletzungen gab es keine.

Dafür haben die etwa 100 ehrenamtlichen Leiter gesorgt. Jeder hatte seine Aufgabe, vom Koch über den Animator bis zum Putzdienst. „Es war ein Riesenaufwand. Alle haben einen tollen Job gemacht“, lobt Cress. Der Aufwand hat sich gelohnt, alle waren begeistert.

Die Lager waren in Gruppen mit jeweils drei Stämmen aufgeteilt. Der Gerther Stamm St. Elisabeth und der Geschwister Scholl Stamm aus Hiltrop kampierten zusammen mit dem Stamm aus Weitmar-Mark. „Die Stimmung im Dorf war toll, alle haben Hand in Hand zusammengearbeitet“, erzählt Sonja Bonczek. Die 25 Jahre alte Hiltroperin ist seit ihrer Volljährigkeit Leiterin des Geschwister Scholl Stammes: „Das war ein einmaliges Erlebnis.“

Robert Brodatzki (25), Leiter des Gerther Stammes, teilt die Begeisterung: „So etwas habe ich noch nie miterlebt. Das war besser als jeder Urlaub.“ Für Brodatzki war vor allem die fünftägige Wanderung – nur mit Rucksack und Zelt - etwas Besonderes: „Das Wasser der Fjorde ist unheimlich klar. Und die Landschaft ist nicht nur gut zum Wandern, sondern auch toll anzusehen.“

An den anderen Tagen gab es für alle Gruppen ein altersgerechtes, vielfältiges Programm, zum Frühstück und zum Abendessen kamen dann alle zusammen. Da knubbelte es sich an der Essensausgabe. „Aber so kann man sich ja auch näher kennenlernen“, scherzt Brodatzki. Zum Einkauf ist ein Leitertrupp übrigens immer 100 km bis nach Flensburg gefahren, weil die Preise in Dänemarks Supermärkten die in Deutschland deutlich übersteigen. Mit einem 40-Tonner wurden dann mehrere Rollwägen zum Zeltplatz abtransportiert.

Mit auf der Zutatenliste standen auch Marshmallows, denn natürlich dürfen bei einem Pfadfinderlager die Abende mit Gitarre und Lagerfeuer nicht fehlen. Und davon gab es unter dem Himmel Dänemarks reichlich. Oft drehten sich die Geschichten dabei um die Mythen der nordischen Götterwelt. Tagsüber mussten die Kinder verschiedene Aufgaben bewältigen, um Thor und Co bei der Rettung der Welt zu unterstützen.

So schmiedeten die Pfadfinder etwa Ketten, um den entlaufenen Fenriswolf wieder einzufangen und an die Leine zu legen. Beim Bühnenspiel zur Mitte des Ferienlagers schlüpften die Kinder in die Rollen der Götter und rüsteten sich damit für die große Schlacht eine Woche später – wo das Böse gegen die 400 Bochumer Pfadfinder keine Chance hatte. Im großen Finale besiegten die Georgspfadfinder in einer tollen, selbst auf die Beine gestellten Show symbolisch das Böse. „Das war für mich das Highlight“, sagt Bonczek. Ein bombastisches Feuerwerk läutete anschließend den Sieg, aber ebenso das Ende des Sommerlagers ein.

 
 

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