13 Jahre Haft für den Täter im Fall Jenny Schlicht

Der Bochumer Marcus S. ist vom Schwurgericht Essen zu einer Gefängnis-Strafe von 13 Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Sieben Jahre nach dem rätselhaften Tod der Hattingerin Jennifer Schlicht ist der Täter damit verurteilt.

Essen/Bochum/Hattingen.. Sieben Jahre nach dem gewaltsamen Tod der Hattingerin Jennifer Schlicht (34) verurteilte das Essener Schwurgericht am Freitag den Bochumer Marcus S. (39) zu 13 Jahren und drei Monaten Gefängnis. Nach so langer Zeit hatten die Richter keine Möglichkeit zu einer Mordverurteilung gesehen und auf Totschlag erkannt.

Heimtücke oder niedrige Beweggründe als Mordmerkmale ließen sich heute nicht sicher feststellen, erklärte Schwurgerichtsvorsitzender Andreas Labentz, Jennifer Schlicht, die bei der Stadtverwaltung Bochum und in Hattingen-Blankenstein als Lebensberaterin gearbeitet hatte, war am Dienstag nach Pfingsten von ihren eigenen Eltern tot in der Badewanne ihrer Hattinger Wohnung gefunden. 30 Mal hatte der Täter auf den Rücken der voll bekleideten Frau eingestochen. Monatelang hatte die Polizei das Umfeld der alleinlebenden Frau durchleuchtet, aber keine brauchbare Spur gefunden, die ihr den Täter präsentierte. Das änderte sich 2011, als DNA-Spuren eines Einbrechers identisch mit Spuren am Tatort waren. Als die Polizei den Einbruch aufklärte, hatte sie auch Marcus S. als Täter. Er gestand, die 34-Jährige nach einem Streit erstochen zu haben.

In einem Wort an die Eltern der Getöteten betonte Richter Labentz, dass die Kammer nach so langer Zeit viele Dinge nicht mehr sicher feststellen könne. So sei weiterhin nicht klar, ob der Angeklagte eine heimliche Beziehung mit Jenny Schlicht unterhielt. Das sei zwar unwahrscheinlich, aber eben doch möglich. Labentz sprach die erhebliche Aggressivität aus, die sich in den 30 Stichen zeige und erschrecke.

 
 

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