120 Gäste trotzen Kritik an „Tafelfreuden“

Vorsitzender Thomas Ernst begrüßte die 120 Gäste bei den „1. Bochumer Tafelfreuden“. In der Lutherkirche wurde ein8-Gänge-Menü aufgetischt..
Vorsitzender Thomas Ernst begrüßte die 120 Gäste bei den „1. Bochumer Tafelfreuden“. In der Lutherkirche wurde ein8-Gänge-Menü aufgetischt..
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Ungeachtet der scharfen Kritik einzelner Gläubiger haben 120 Besucher in der Lutherkirche die „1. Bochumer Tafelfreuden“ genossen.

Bochum.. Ungeachtet der scharfen Kritik einzelner Gläubiger haben 120 Besucher in der Lutherkirche die „1. Bochumer Tafelfreuden“ genossen.

„Völlerei“, „grobe Entweihung“, „fragwürdiges Vergnügen für Betuchte“: Einen heftigen Disput unter WAZ-Lesern hatte das Ansinnen des Vereins „Bochumer Jungs mit Herz“ ausgelöst, die evangelische Lutherkirche für ein Benefiz-Essen zu nutzen. Vorsitzender Thomas „Gustl“ Ernst (ehemaliger Torhüter des VfL Bochum) und Gemeindepfarrer Henri Krohn wehrten sich bei dem 8-Gänge-Schmaus am Donnerstagabend nochmals gegen die Vorwürfe.

"Das Votum war einstimmig"

„Gerade eine Kirche sollte ein Ort der Gemeinsamkeit und der Hilfe sein“, bekräftigte Ernst gegenüber der WAZ. „Das Votum unseres Bezirksausschusses war einstimmig. In der Gemeinde selbst gab und gibt es null Kritik. Der gute Zweck steht im Mittelpunkt. Für eine rein kommerzielle Veranstaltung hätten wir die Kirche niemals zur Verfügung gestellt“, ergänzte Pfarrer Krohn und erkannte in seiner Rede keinerlei Konflikt: „Abendmahl mit einer Oblate und einem Schluck Wein einerseits, ein mehrgängiges Menü mit erlesenen Getränken andererseits: Wollen mal sehen, ob nicht beides richtig gut zusammenpassen kann.“

Die Gäste im voll besetzten Kirchenschiff waren gewiss: Es passt. An aufwendig dekorierten Tafeln (die Kirchenbänke waren zur Seite geschoben worden) erfreuten sie sich am 70-Euro-Menü u.a. mit Seeteufel und Rinderhüfte, aufgetischt von der Dortmunder „Cateringmanufaktur“ mit ihrem Bochumer Chef Frank Weeke. Der versicherte: „Wir verdienen an dem Abend keinen Cent. Im Gegenteil. Alleiniges Ziel ist, möglichst viel Geld für die ,Jungs mit Herz’ zu erwirtschaften.“

2500 Euro kann der Verein erwarten. „Einen höheren Erlös hatten wir noch bei keiner Veranstaltung“, bedankt sich Thomas Ernst. Das Geld wird u.a. für ein Trampolin an der Lina-Morgenstern-Grundschule verwendet. Zu den weiteren Hilfsprojekten zählt ein Kinderhospiz in Witten.

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