„Zukunft des Gesundheitswesens liegt auf dem Land“

Apotheker Thilo Jansen.
Apotheker Thilo Jansen.
Foto: Richard Elmerhaus
Obwohl in Nordrhein-Westfalen immer mehr Apotheken schließen, bleiben die Balver von diesem Negativtrend verschont.

Balve..  Denn der Apotheker Thilo Jansen, der in Arnsberg zwei Apotheken betreibt, übernimmt zum 2. Januar 2017 die Adler-Apotheke, die über 30 Jahre lang von Franz Vohle geführt worden ist. Der Apotheker aus Beckum zieht sich am 31. Dezember 2016 aus dem Berufsleben zurück.

Sie kommen im Januar 2017 nach Balve. Warum ausgerechnet in die Hönnestadt?

Thilo Jansen: Die Region Sauerland ist für mich interessant. Mein Vater hat beispielsweise eine Apotheke in Sundern. Überdies sehe ich die Zukunft des Gesundheitswesens nicht in den Ballungszentren, sondern auf dem Land. Hier ist es doch sehr schön.

Warum sind Sie dann nicht früher nach Balve gekommen, beispielsweise in den Gesundheits-Campus Sauerland?

Meinen ersten Versuch habe ich unternommen, als Frau Düser verstorben ist. Damals war es mein Wunsch, die Blasius-Apotheke zu übernehmen. Dazu ist es aber nicht gekommen, weil das Haus unter Denkmalschutz steht und somit die von mir geplanten baulichen Veränderungen nicht durchführbar waren.

Und wie war das mit der zweiten Chance?

Ich wollte in den Gesundheits-Campus Sauerland. Die Umbaupläne, die ein Investitionsvolumen von rund 900 000 Euro beinhalteten, waren fertig. Leider ist Dr. Gregor Schmitz dann doch nicht von der Innenstadt in den Campus gewechselt.

Für Sie ein finanzielles Desaster?

Nein. Denn ich konnte mich wieder einmal auf die Weisheit meines Vaters stützen, denn er hatte mir angeraten, eine Ausstiegsklausel in den Vertrag zu schreiben, falls die Anzahl der Ärzte im Gesundheits-Campus nicht so hoch ist, wie vereinbart. Ohne diese Klausel wäre ich heute pleite.

Wie sieht es nach der Übernahme mit dem bisherigen Personal der Adler-Apotheke aus? Wird es übernommen und haben auch Externe die Chance auf einen Arbeitsplatz bei Ihnen?

Ich werde alle Mitarbeiterinnen übernehmen. Da die Familie Vohle geschlossen aufhört, wird es auch zu Neueinstellungen kommen. In welcher Anzahl, ist noch offen. Fest steht aber schon heute, dass ich einen Botenfahrer suche.

Sind Umbaumaßnahmen erforderlich?

Schauen Sie einfach auf die Pläne, die habe ich gerade von meinem Architekten erhalten. Aus ihnen geht hervor, dass wir die Adler-Apotheke den Jansen-Apotheken anpassen. Die Blaue Wand kommt nach Balve, sage ich nur.

Wie sieht das Zeitfenster für die Investitionen aus?

Sie werden Schritt für Schritt vorgenommen. Dabei geht es aber nicht nur um die Optik, auch die Räume müssen den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.

Nennen Sie spontan einen Grund, weshalb ich zukünftig meine Medikamente in der Adler-Apotheke erstehen soll?

(Thilo Jansen lacht): Weil lachen die beste Medizin ist.

Sie haben ab Januar 2017 drei Apotheken. Wann sind Sie in Balve, um Ihre Aussage mit Leben zu füllen.

Gerade in der Anfangsphase werde ich sehr oft in der Adler-Apotheke sein, da ich mich auf Balve freue. Ich will den Balvern als Ansprechpartner dienen. Zudem macht mir die Arbeit hinter der Ladentheke sehr viel Spaß.

Sie werden die Adler-Apotheke aber nicht leiten.

Nein. Diese Aufgabe wird Karin Mans übernehmen, die derzeit noch bei meinem Vater in der Röhrtal-Apotheke arbeitet.

Zum Alltag: Warum ist der Austausch zwischen Patienten, Apotheker und Arzt so bedeutend?

Alle Parteien müssen an der Gesundheit der Patienten arbeiten, denn wir haben vom Staat einen Versorgungsauftrag bekommen. Zudem wissen viele Menschen mehr als einer.

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