Weißbach spielt gegen Schalke und ergattert Barnetta-Trikot

Gut gelaunt: René Weißbach in Hüsten.
Gut gelaunt: René Weißbach in Hüsten.
Foto: Richard Elmerhaus
30 Minuten lang harrt René Weißbach vor der Kabine des FC Schalke 04 aus. Geduldig wartet er auf seine Chance, tippelt von einem Bein auf das andere und hält „Small Talk“ mit Fußballern der HSK-Auswahl. Dann öffnet sich die Tür, und Oliver Ruhnert kommt heraus.

Langenholthausen/Hüsten.. In der Hand hat der Sportliche Leiter des Nachwuchsleistungszen­trums und Chefscout im Schalker Jugend- und Amateurbereich ein Trikot von Tranquillo Barnetta, der von Frankfurt nach abgeschlossener Ausleihe zum FC Schalke 04 zurückgekehrt ist und im WM-Kader der Schweiz stand, und drückt es dem Stürmer des TuS Langenholthausen in die Hand. René Weißbach, durch und durch BVB-Fan, zeigt stolz das Barnetta-Trikot und grinst.

„Das ist ein schönes Andenken“, sagt der 27-Jährige. „Schon kurios, dass ich mich als BVB-Fan über ein Schalke-Trikot freue.“ Ob er es auch mal beim Training des TuS Langenholthausen anzieht? „Mal schauen“, sagt Weißbach und lacht. „Aber ein schönes Plätzchen werde ich für Barnetta bestimmt finden.“

Es ist ein Abend, den René Weißbach nicht vergessen wird. Er läuft als Mittelstürmer der HSK-Auswahl ab der 46. Minute im Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04 auf – vor rund 2300 Zuschauern im Stadion „Große Wiese“ in Hüsten. „Das war ein geiles Gefühl. Ich habe noch nie vor so einer großen Kulisse gespielt“, erzählt der sympathische Angreifer des Bezirksligisten TuS Langenholthausen. „Im Spiel habe ich die Zuschauer aber gar nicht richtig wahrgenommen. Da war volle Konzentration angesagt.“

Voll konzentriert ist René Weißbach auch, als er alleine auf Schalke-Torwart Ralf Fährmann zuläuft. Zu seinem Traum, ein Tor gegen die Bundesliga-Profis zu schießen, fehlen nur wenige Zentimeter. In letzter Sekunde grätscht ihm Kyriakos Papadopoulos den Ball vom Fuß und klärt zur Ecke. „Schade“, sagt Weißbach später. „Aber da hat man gesehen, wie schnell die Profis sind. Im Fernsehen sieht das ja manchmal so langsam aus, aber in der Realität sind die Profis wie D-Züge.“

Gewitter und Abbruch

In der 76. Minute ist der Einsatz für René Weißbach in der HSK-Auswahl beendet. Ein Gewitter zieht auf, das Freundschaftsspiel wird beim Stand von 7:0 für die „Königsblauen“ aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Weißbach ist nicht traurig, er musste kurz vor dem Abbruch mit Krämpfen behandelt werden. „Da hat sich gezeigt, dass ich nach meinem Bänderriss noch nicht zu 100 Prozent fit bin. Ich hätte aber natürlich bis zum Ende auf die Zähne gebissen“, sagt der 27-Jährige.

Er ist hin und weg. „Die Profis sind auch nur Menschen. Richtig bodenständig, echt klasse“, erzählt René Weißbach. Beispiele? Kyriakos Papadopoulos habe beim Aufwärmen locker mit den HSK-Spie­lern geplaudert. S04-Mittelfeldspieler Sidney Sam habe zu Weißbach in der 2. Halbzeit gesagt: „Oh man, Ihr habt jetzt elf frische Spieler auf dem Platz. Wir müssen dagegen nach den Trainingseinheiten ganz schön auf die Zähne beißen.“ Ein perfekter Tag, auch für Carl Grote, der als bekennender Schalke-Fan auf der Bank der HSK-Auswahl sitzt. Sein Fazit: „Wahnsinn. Klasse.“

Alexander Bange, Richard Elmerhaus

 
 

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