Thorsten Niemann kann Glück kaum fassen

Foto: Richard Elmerhaus
Endlich Sonne, endlich Wärme.

Balve.  Das neue Königspaar der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Balve, Thorsten Niemann und seine Frau Sabine, präsentiert sich gestern Nachmittag bei Kaiserwetter Hunderten Menschen, die ihnen am Straßenrand auf dem Weg zur Balver Höhle zujubeln. „Lasst uns noch ein geiles Fest feiern. Lasst es krachen“, sagt König Thorsten nach dem Einzug in das größte Schützenfestzelt der Welt, wie die Balver ihren Felsendom gerne nennen.

Schon am Morgen scheint die Sonne, und ehe die Schützen und der Musikverein Balve den Vogelhochstand „Grüne Aue“ erreichen, weiß Schießmeister Stephan Honert, wem sie das schöne Wetter zu verdanken haben. „In den vergangenen Jahren habe ich immer mit Diakon Josef Hültenschmidt (+) hier gestanden. Er hat den Balvern heute die Sonne geschenkt.“

Die Ehrenschüsse geben der zu dem Zeitpunkt noch amtierende König Markus Niehoff, der Kommissarische Vorsitzende Wilfried Schweitzer, Oberst Andreas Fritz, Bürgermeister Hubertus Mühling und Andreas Schulte ab. Der Pfarrer, schon beim Schießen in Affeln ein heißer Königskandidat, steht auch in Balve bis zuletzt unter der Vogelstange und bringt den von Konrad Betten und Stephan Honert gebauten Aar gewaltig ins Wanken. „Wenn er fällt, dann fällt er halt.“

Ernst ist es auch Heinz Friedriszik („Ich schieße bis zum Schluss. Wenn der Vogel runterfällt, ist gut“), Wilhelm Rademacher, Uwe Isenberg, Dorian Krumrei, Stefan Hoppe und Thorsten Niemann. Letzterer trifft immer wieder ins Schwarze. Niemann holt Apfel und Zepter zu Boden und zählt auch in der heißen Phase des Vogelschießens zu den treffsichersten Schützen.

Lauter Jubelschrei

Mit dem 149. Schuss passiert es. Thorsten Niemann, in der 1. Kompanie und Fußballer der SG Balve/Garbeck, schießt den zählen Vogel endgültig ab. Es folgt ein lauter Jubelschrei, dann muss er – den Tränen nahe – ganz tief durchatmen. „Mir fehlen jetzt im ersten Moment die Worte“, stammelt er, ehe der 46-jährige Werkzeugmacher seine Söhne Louis (13) und Luca (19) sowie seine Frau und Königin Sabine in die Arme schließt. „Im Moment habe ich noch gemischte Gefühle. Ich bin mir aber sicher, dass wir ein sehr schönes Schützenfest feiern werden“, sagt sie vor der Proklamation im Felsendom.

Ehrenoberst Wilhelm Rademacher gibt sich als trauriger, aber sehr fairer Verlierer: „Das war ein guter und spannender Wettkampf. So muss Vogelschießen sein.“ Die Wette mit Wolfram Schmitz, dass er Schützenkönig wird, verliert Rademacher. Der Wetteinsatz (50 Euro) wird direkt in der Höhle beglichen.

 
 

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