St.-Marien-Hospital Balve muss reanimiert werden

Ein Bild mit Symbolkraft, denn eine Reanimation ist fällig.  Bis Sommer 2012 entscheidet sich, ob das Krankenhaus bestehen bleibt. Foto: Richard Elmerhaus
Ein Bild mit Symbolkraft, denn eine Reanimation ist fällig. Bis Sommer 2012 entscheidet sich, ob das Krankenhaus bestehen bleibt. Foto: Richard Elmerhaus
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Balve.. Der Patient St.-Marien-Hospital Balve ist klinisch tot. Eine Reanimation ist dringend erforderlich. „Wenn es uns nicht gelingt, die Patientenzahl zu steigern, dann wird das Krankenhaus Mitte 2012 geschlossen“, sagt Thomas Wülle.

Seit langem schreibt das Balver Krankenhaus tiefrote Zahlen. Waren es 2008 und 2009 über 900 000 Euro, so erhöhte sich der Verlust im Vorjahr auf 1,4 Millionen Euro. Ursache ist die zu geringe Auslastung der Chirurgie. „Wir haben 306 Bewertungsrelationen zu wenig in der Chirurgie. Dies hat zur Folge, dass uns 900 000 Euro in der Kasse fehlen. Zudem bereitet uns die fehlende Kassenärztliche Zulassung für Dr. Baumeister große Probleme. Wenn der Widerspruchsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung unserem Antrag nicht statt gibt, spitzt sich die Situation weiter dramatisch zu“, erklärten Thomas Wülle, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis, Pfarrer Andreas Schulte von der Katholischen Kirchengemeinde Balve und Bürgermeister Hubertus Mühling, Mitglied des Verwaltungsrates der drei Kliniken Iserlohn, Menden und Balve.

Alle drei sind sich einig: Mehr sparen als dies derzeit schon der Fall ist, geht nicht. Die Personaldecke sei in allen drei Häusern so dünn, dass es nicht möglich sei, die internen Strukturen weiter zu verschlanken. Um nicht weiterhin in der Hospitalvereinigung rote Zahlen schreiben zu müssen, obwohl für die 1 500 Mitarbeiter laut Thomas Wülle im kommenden Jahr knapp 50 Millionen Euro für die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter fällig werden, benötigen die drei Krankenhäuser mehr Patienten.

Dies gilt vor allem für das St.-Marien-Hospital Balve, bei dem die Erlöse dramatisch zurückgegangen sind. Ursache dafür ist die Abwanderung der Patienten aus der Hönnestadt Balve in andere Kliniken. Obwohl das Balver Krankenhaus nach Meinung eines Arztes aus Sundern zu den besten in der Region gehört, lassen sich immer mehr Balver in Hemer, Unna, Hohenlimburg oder Lüdenscheid behandeln, um nur einige Beispiele zu nennen. „Es kann doch nicht sein, dass eine Darmspiegelung, die seit Jahren erfolgreich im Balver Krankenhaus durchgeführt wird, immer häufiger in Hohenlimburg gemacht wird, und zwar auf Empfehlung des Hausarztes“, sagt Bürgermeister Hubertus Mühling, der sich ebenso wie Pfarrer Andreas Schulte in Kooperation mit Geschäftsführer Thomas Wülle gegen das drohende Aus des St.-Marien-Hospitals stemmt.

„Jetzt ist Solidarität gefragt. Wenn sich die Balver nicht umgehend dazu entschließen, sich mehr als bisher den Ärzten im St.-Marien-Hospital anzuvertrauen, dann hat dieses Haus keine Überlebenschance“, sagt Pfarrer Andreas Schulte. Und Thomas Wülle fügte hinzu: Ohne den Verbund mit den beiden Krankenhäusern in Iserlohn und Menden wäre das St.-Marien-Hospital bereits vor fünf Jahren geschlossen worden.“

Damit dieses Horrorszenario für die Balver nicht zur bitteren Wahrheit wird, hat Geschäftsführer Thomas Wülle eine externe Unternehmensberatung damit beauftragt, alle drei Krankenhäuser auf den Prüfstand zu stellen, um in wenigen Wochen ein tragfähiges Sanierungskonzept präsentieren zu können.

Unabhängig davon, will die Krankenhausleitung die chirurgischen und internistischen Bereiche in den beiden Krankenhäusern Menden und Balve mit einem Chefarzt ausstatten. Dies würde für das Balver Krankenhaus bedeuten, der Chefarzt ist zumindest an zwei Tagen in Balve. Zudem sind die anderen Ärzte aus Menden bereit, ihren Dienst auch in Balve zu versehen. „Ich hoffe, das Ganze funktioniert. Denn dieser Ärzteaustausch ist nur auf freiwilliger Basis möglich“, sagt Wülle.

 
 

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