„Sister Act“: In die Herzen des Publikums gesungen

Foto: Uta Baumeister
Mit den Aufführungen des Musicals „Sister Act” sangen und spielten sich die Akteure des Chors „Barditus“ am Samstag und Sonntag in die Herzen des Publikums.

Langenholthausen..  Die emotionale Geschichte um die Barsängerin Deloris, die als Zeugin eines Mordes gegen ihren Willen in einem katholischen Kloster versteckt wird, setzten die 30 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne so authentisch um, dass Gänsehautschauer in den Zuschauerreihen nicht ausblieben.

Schon am Samstag erweiterten Helfer die Stuhlreihen, damit alle 150 Besucher in der Schützenhalle Langenholthausen Platz nehmen konnten. Am Sonntag zählte der Chor sogar 210 Zuschauer.

Gute Laune trotz Lampenfieber

Während sich die Generalprobe am Freitag noch etwas schwierig gestaltet hatte, lief die Premiere am Samstag reibungslos. Darüber freute sich auch die Vorsitzende Lissa Klute. „Es war wahnsinnig schwierig bei der Generalprobe, alle Bereiche und die Technik miteinander zu verknüpfen”, berichtete sie. Am Samstag herrschte trotz Lampenfieber gute Laune. „Der Teamgeist im Chor ist durch nichts zu überbieten”, sagte Lissa Klute.

Dies sah die Chorleiterin Gabi Rohe genauso. Die gemeinsamen Vorbereitungen an dem Musical mit Proben, Bühnenbau und Kostümschneiderei habe den Chor zusammengeschweißt, sagte sie. „Es ist ein tragendes Netzwerk gewachsen und ich freue mich, dass alle Ideen aus dem Chor heraus entstanden sind”, erklärte Gabi Rohe.

Ausgewählt hatte sie das Stück, nachdem der Wunsch der Sängerinnen und Sänger nach einem Musical zum 20-jährigen Chorbestehen an sie herangetragen worden war. Bereits 2010 hatte Barditus mit dem Musical „König der Löwen” begeistert. Die Entscheidung für das Musical „Sister Act” hätte nicht besser sein können. Der Nonnenchor brillierte mit zu Herzen gehenden und temporeichen Songs, die Alan Menken im Original komponierte. Die Solisten wuchsen über sich hinaus und auch die Männer des gemischten Chors kamen als Gangster, Polizisten und Geistliche nicht zu kurz.

Gemeinsam mit Gabi Rohe hatten Silke Dierich und Barbara Wach­auf das Stück bearbeitet und die Regie geführt. Zudem überzeugten die beiden Langenholthauserinnen in ihren Rollen. Als Schwester Mary Patrick begeisterte Silke Dierich mit reichlich Witz und tollen Gesangseinlagen. In einer Doppelrolle erlebten die Besucher Langenholthausens Schreiner Antonius Allhoff, der in dem Musical als Gangster und als Papst zu sehen war – und damit eine steile Karriere präsentierte. Als temperamentvolle Deloris agierte Karin Fischer, die sich von Mutter Oberin (Lisa Becker) nicht sofort zur Ruhe bringen ließ. Und das war auch gut so, denn mit ihrer überschwänglichen Art gelang es Deloris, dem Nonnenchor einen neuen Feinschliff zu verpassen. Selbst der scheuen Schwester Mary Robert (Andrea Schmidt) entlockte Deloris gesangliche Höchstleistungen und gab ihr mehr Selbstvertrauen.

Mal witzig, mal melancholisch

Mal witzig, mal melancholisch, ließen die Akteure in den aufwändig gestalteten Kulissen großes Theater spüren. Spätestens als der Nonnenchor nach spannenden Aktionen und der Überlistung des Gangsters Vince (Wolfgang Schröer) und seiner Kollegen (Antonius Allhoff, Rolf Kruska, Michael Albers) sein Konzert vor dem Papst gab und „I will follow him” erklang, hielt es keinen Zuschauer in der Schützenhalle Langenholthausen mehr auf dem Stuhl. Stehende Ovationen waren der Lohn für die Inszenierung, die mit einigen Zugaben endete.

 
 

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