Restauriertes Kreuzwegbild wieder im Chor der Alten Kirche

Kirchenarchivar Rudolf Rath, Werner Ahrens, Vorsitzender der Heimwacht Balve, und der stellvertretende Vorsitzende Dr. Ludger Schulte
Kirchenarchivar Rudolf Rath, Werner Ahrens, Vorsitzender der Heimwacht Balve, und der stellvertretende Vorsitzende Dr. Ludger Schulte
Foto: WP

Balve..  Ohne Rahmen hat das auf Holz gemalte Kreuzwegbild eine Größe von 72 x 100 Zentimeter. Das Tafelgemälde „Christus fällt unter dem Kreuz“ hängt wieder im Chor des romanischen Teils der Pfarrkirche St. Blasius, nachdem eine Fachfirma aus Paderborn die Malschicht gesichert und konserviert und die Oberfläche gereinigt hat. Die Heimwacht Balve übernahm die Kosten in Höhe von 618,80 Euro.

Das ehemalige Altarbild im Chor der Alten Kirche erinnert an die Zeit der Hexenverfolgung. Heinrich Strotmann aus Arnsberg hat es im 17. Jahrhundert im Auftrag der Plettenberger Verwandtschaft und in Erinnerung an den Balver Landdrosten Hermann von Hatzfeldt gemalt. Er starb im Jahr 1600 durch einen Unfall im Schloss Wocklum und wurde in der Pfarrkirche zu Wissen beigesetzt. Johann von Plettenberg fiel 1624 im 30-jährigen Krieg im Kampf gegen die Schweden. Auf dem Kreuzwegbild betet er kniend und ist in einer schwarzen Ritter-Rüstung dargestellt.

Lange Zeit wurde dem Kreuzwegbild wenig Beachtung geschenkt. Werner Ahrens, Vorsitzender der Heimwacht Balve, befasste sich mit dem Bild und recherchierte, von welchen Künstlern Vorlagen übernommen wurden. Der Arnsberger Maler Heinrich Strotmann wurde so ein zeitgeschichtlicher Bildreporter.

Vorschlag von Rudolf Rath

Die Heimwacht, die im Jahr 1921 gegründet wurde und sich aktuell mit mehr als 200 Mitgliedern für die Heimat- und Kulturpflege in Balve einsetzt, entschied auf ihrer Mitgliederversammlung einstimmig, die Kosten für die Restaurierung zu übernehmen. Der Verein folgte damit einem Vorschlag von Rudolf Rath, dem Archivar der Katholischen Kirchengemeinde St. Blasius. Rath begründete seine Empfehlung mit der Nähe des Bildes zur Heimwacht, die sich mit der Aufarbeitung der Hexenzeit in Balve im 16. und 17. Jahrhundert beschäftigt und das zeitgeschichtliche Thema detailliert unter die Lupe genommen hat.

„Die ganze Zeit war erfüllt vom Zauber- und Hexenwahn, und zwar bei beiden Konfessionen“, heißt es im Werk von Josef Pütter: „Sauerländisches Grenzland im Wandel der Zeit.“ Das Lebensbild hat der Arnsberger Maler Heinrich Strotmann in seinem auf Holz gemalten Kreuzwegbild eingebracht. Hatzfeldt wird als „Simon von Cyrene“ abgebildet, der Jesus das Kreuz tragen hilft und als Helfer für den Glauben wirkt.

Rückblick: Schon 1921 beriet die Heimwacht über die Errichtung einer Gedenkstätte für die unschuldig hingerichteten Bürger des Balver Landes. Der aktuelle Vorsitzende Werner Ahrens griff das Thema wieder auf. Im Gedenken an die Hexenverfolgung ließ die Balver Heimwacht eine Hexenstele nicht weit von der Stelle errichten, an der die Opfer getötet wurden. Sie hat eine Höhe von 2,50 Meter und befindet sich am Galgenberg. „Es ist daher keine Überraschung, dass die Mitglieder einstimmig für die Übernahme der Kosten zur Restaurierung votiert haben“, sagt Vorsitzender Werner Ahrens.

 
 

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