Polizei warnt vor dubiosen Gewinnmitteilungen

Marcus Bottin
Foto: WP

Balve. Zerreißen, wegschmeißen oder ignorieren - das sollten Balver Bürger tun, wenn sie die gleiche oder eine ähnliche „Gewinnmitteilung“ erhalten, wie Polizeioberkommissar Franz-Josef Griese. Der meldete sich gestern in unserer Redaktion und bat darum, vor derartigen dubiosen Praktiken zu warnen.

Zerreißen, wegschmeißen oder ignorieren - das sollten Balver Bürger tun, wenn sie die gleiche oder eine ähnliche „Gewinnmitteilung“ erhalten, wie Polizeioberkommissar Franz-Josef Griese. Der meldete sich gestern in unserer Redaktion und bat darum, vor derartigen dubiosen Praktiken zu warnen.

Griese hatte einen Brief von einem Finanzdienstleister erhalten, der als „letzte Erinnerung an den festgesetzten Termin zur nachträglichen Gewinnübergabe am 13.12.10“ überschrieben war. Der Absender suggeriert darin, dass dem Empfänger ein Gewinn von fast 1 000 Euro zustehe und dieser in einer „Zweigstelle in der Nähe von Balve“ eingelöst werden könne. Für Hin- und Rückfahrt würden geeignete Verkehrsmittel zur Verfügung gestellt. Ein „wunderschönes Rahmenprogramm mit einem kostenlosen Frühstück sowie einem warmen Imbiss“ gebe es auch.

Spätestens da schrillten bei dem Balver Polizeibeamten die Alarmglocken. Er befürchtet: „Hierbei handelt es sich um eine geschickte Masche für eine Kaffeefahrt. Im Internet wird massiv gewarnt.“

Bei ähnlichen Veranstaltungen haben in der Vergangenheit dubiose Veranstalter vor allem ältere Menschen mit der Aussicht auf angebliche Gewinne gelockt, die nie ausgezahlt wurden. Stattdessen wurden die Fahrtteilnehmer zu Verkaufsveranstaltungen kutschiert, wo sie oft minderwertige Ware zu überhöhten Preisen kaufen sollten. Die Hintermänner sind oft nur schwer zu ermitteln.

Auch in dem Brief, den Franz-Josef Griese und womöglich noch viele andere Menschen in Balve erhalten haben, findet sich weder eine Telefonnummer für Rückfragen, noch eine Anschrift des Firmensitzes. Erhöhte Vorsicht ist angebracht. Auch fehlt eine verbindliche Zusage, dass der Absender dem Empfänger den ihm versprochenen Gewinn von 970,04 Euro am 13. Dezember tatsächlich auszahlen wird. Versichert wird lediglich, dass der Empfänger an jenem Tag einen aus „Lagerbestandsauflösungen“ stammenden Artikel im Wert von 162,90 Euro kostenlos erhält. Um was für einen Artikel es sich dabei handelt, wird nicht erläutert. Bei ähnlichen dubiosen Kaffeefahrten waren derartige „Artikel“ oft nur einen Bruchteil des angegebenen Preises wert und nutzlos.

Franz-Josef Griese kann auf diese „Zusatzprämie“ getrost verzichten. Die beiliegende Anmeldebestätigung wird er nicht an den Finanzdienstleister zurückschicken – und gleiches empfiehlt er dringend allen Balvern, die ähnliche Post erhalten haben.