Piraten zelebrieren ihre Grill-Spezialitäten

Alexander Bange
Guten Appetit: Die BBQ-Piraten in Garbeck.
Guten Appetit: Die BBQ-Piraten in Garbeck.
Foto: WP

Garbeck.  Mal eben nach Feierabend den Grill anschmeißen, Würstchen und Steak auf das Grillrost legen, und nach wenigen Minuten ist das Gericht fertig. Was Millionen Bundesbürger im Sommer schnell mal durchschmoren, kommt den „Freigrillern“ der BBQ-Piraten nicht auf den Tisch. Sie zelebrieren das Grillen mit einer unübersehbaren Freude und mit viel Geduld. Ein „Pulled Pork“ – ein Schweinerücken – wird zwischen 16 und 20 Stunden auf Niedertemperatur (110 bis 120 Grad) gegrillt. So wie jetzt, beim „Offline-Treffen“ der Grillfreunde rund um den Garbecker Bahnhof.

Unverwechselbarer Geschmack

„Uns geht es nicht darum, schnell etwas auf den Teller zu bekommen. Wir möchten das Beste aus dem Fleisch herausholen“, erzählt der 2. Vorsitzende der BBQ-Piraten, Stefan Berg. Und deshalb werden die Schweinenacken mit Apfelessig, Ahornsirup oder Wasser glasiert und Buchenholz zum Einheizen verwendet, damit das Barbecue einen unverwechselbaren Geschmack annimmt. Die Delikatessen sind oftmals selbst gewurstet, Steaks Millimeter-genau einmariniert und kreative Gewürzmischungen eigens zusammengestellt. In Kugelgrills, Dutch-Ovens oder Smokern garen Rippchen manchmal sechs Stunden und länger.

„Die Entdeckung der Langsamkeit“ und die „Entschleunigung vom alltäglichen Stress“ nennt Stefan Berg das lange Wochenende, an dem sich mehr als 60 Grillbegeisterte, darunter viele Familien, aus ganz Deutschland sowie der Schweiz und den Niederlanden in Garbeck mit Holzkohle, Grillzange und Steakmesser getroffen haben. Die BBQ-Piraten zählen rund 90 Mitglieder und mehr als 1100 registrierte Nutzer im Internet-Forum. Ihr Ziel? Die Förderung und der Erhalt der Grillkultur in Deutschland.

Rezepte werden ausgetauscht

Nicht nur gut gegartes Schweine- oder Rindfleisch, auch kleine Häppchen werden über den gesamten Tag hinweg verteilt, dazu verschiedene Gewürze. Gemüse wird in unterschiedlichen Garzeiten zubereitet. Auch Fisch, Speck, Rührei und Brot kommen auf die Teller und werden gerne mal zum Kosten ausgetauscht. „Alles, was in einem Heißluftherd zubereitet werden kann, lässt sich auch auf einem Grill anrichten“, sagt Stefan Berg, der betont: „Wir sind nicht nur Kerle, die vorm Grill stehen und saufen. Auch Frauen und Kinder schließen sich unseren Treffen an, die sehr familiär verlaufen. Es geht uns um das Kennenlernen und darum, Rezepte und Grillvarianten auszutauschen.“ Die Ergebnisse der Offline-Treffen wie das in Garbeck werden dann im Internet unter www.bbq-piraten.de präsentiert und diskutiert.

Den Barbecue-Piraten geht es nicht um Masse, sondern um Klasse. „Wichtigste Kriterien sind Qualität und Geschmack“, sagt der 2. Vorsitzende Stefan Berg. Anregungen für die Heimfahrt der Grillfreunde gibt es reichlich: Fenchelwürstchen, „Jamaican Pork“ oder ein über 24 Stunden perfekt gegartes Spanferkel. Na dann, Guten Appetit.