Neurologisch Erkrankte werden aus der Isolation geholt

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Balve..  Der Gesundheits-Campus Sauerland erweitert durch den Reha-Sport-Verein Balve sein Angebot. Ab Herbst bietet der Verein jeden Donnerstag von 11 bis 12 Uhr in der ehemaligen Cafeteria des St.-Marien-Hospitals Balve Sport für neurologisch erkrankte Menschen jeden Alters an.

Weil Ulla Tigges vom Reha-Sport-Verein den für dieses Angebot erforderlichen Übungsleiterschein jetzt mit Erfolg erworben hat, ist es ihr möglich, unter anderem Schlaganfall-Patienten, Menschen mit Querschnittslähmung, Demenz-Kranke und an Multiple Sklerose erkrankte Menschen in ihre neue Gruppe zu integrieren. „Mit spielerischen Übungen möchte ich ihnen über eine lange Zeit ihr Wohlgefühl erhalten“, betont Ulla Tigges.

Mehr Lebensqualität

Vorrangiges Ziel der Übungsleiterin ist es, die Erkrankten aus ihrer Isolation zu holen. „Viele kranke Menschen ziehen sich zurück und büßen dadurch ihre sozialen Kontakte ein. Mit unserem Angebot wollen wir die neurologisch Erkrankten genau aus dieser Situation befreien. Durch die Gruppenstunde, an der etwa 12 bis 15 Patienten teilnehmen können, wollen wir den Menschen durch unsere Übungen mehr Lebensqualität verschaffen“, sagt Ulla Tigges, die sich schon heute auf die Zusammenarbeit mit den kranken Menschen freut. „Es ist ein spannendes Feld, das wir ab Herbst beackern“, erklärt die Sozialarbeiterin, die ihren Beruf im Altenpflegeheim St. Johannes Balve ausübt.

Was müssen interessierte Patienten oder deren Angehörige tun, damit sie ab Herbst der neuen Gruppe angehören?, wollten wir von Ulla Tigges wissen. Interessierte müssen sich in die Wartelisten eintragen, die jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr im Gesundheits-Campus Sauerland (ehemalige Cafeteria und heutiger Übungsraum für den Reha-Sport-Verein Balve) ausliegen. An den Übungsstunden können die neurologisch Erkrankten durch eine ärztliche Verordnung oder als Vereinsmitglieder teilnehmen. Angehörige, die in den Verein eintreten, können ebenso bei den Turnübungen mitmachen wie die kranken Menschen, die laut Ulla Tigges fast immer auf Musik reagieren.

Schützenfestmusik ist ganz wichtig

„Wenn ich im Altenpflegeheim mit den älteren Menschen einige Übungen absolviere, ist die Schützenfestmusik ein ganz wichtiger Faktor. Auf den Präsentiermarsch reagieren alle Bewohner in irgend einer Form. Das ist schon erstaunlich“, sagt Ulla Tigges, die ab morgen mit zahlreichen Anmeldungen rechnet.

 

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