Musikalische Hilfe für die Philippinen

Besonderes Klangerlebnis - swingend und jazzig -das Orchester Wolfgang Menzel
Besonderes Klangerlebnis - swingend und jazzig -das Orchester Wolfgang Menzel
Foto: Uta Baumeister

Volkringhausen.  Als der Taifun „Haiyan“ am 8. November Tod und Verwüstung über die Philippinen brachte, hinterließ er nicht nur materielle Zerstörung, sondern bohrte sich tief in die Seelen der betroffenen Menschen. Vielleicht konnten die Leidtragenden gestern einen Moment lang spüren, dass es etwa 10 000 Kilometer entfernt Menschen gibt, die ihre Not nicht aus dem Blick verloren haben und die gestern Nachmittag in der Schützenhalle mehr als ein Zeichen setzten.

Mit ihrem grandiosen und abwechslungsreichen Benefizkonzert boten der Gastgeber MGV Cäcilia Volkringhausen, der Mendener Chor VokalArt, der Männerchor 1874 Balve und das Orchester Wolfgang Menzel ihre Unterstützung für den guten Zweck. Dass der Erlös des Konzerts den Opfern der Unwetterkatastrophe zugute kommt, dafür sorgt die philippinische Frauengruppe im Hochsauerland, die schon seit vielen Jahren soziale Projekte durchführt. Die Verantwortliche der Interessengemeinschaft, die seit über 30 Jahren in Deutschland lebende Marietta Esteban-Richter, stellte ihr Heimatland im Rahmen einer Fotopräsentation vor.

Als Schirmherr des nicht alltäglichen und außergewöhnlichen Konzerts begrüßte Bürgermeister Hubertus Mühling die mehr als 400 Zuhörerinnen und Zuhörer. „Wenn ich sehe, mit welcher Schnelligkeit und mit welcher Bereitschaft die heutigen Aktiven sich bereit erklärten, dieses Konzert auf die Beine zu stellen, dann muss ich an dieser Stelle ein aufrichtiges und freudiges Dankeschön aussprechen“, richtete Hubertus Mühling ein Lob an alle Akteure.

Neben den Chören und dem Orchester galt sein Dank auch dem Musikverein Balve für die Restauration und der Schützenbruderschaft St. Hubertus, die ihre Schützenhalle kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Als einen der Mitorganisatoren richtete Mühling einen besonderen Gruß an den Mendener Musiker Gisbert Reich.

Es folgte ein Konzert, das facetten- und klangfarbenreicher nicht hätte sein können. Den Geschehnissen auf den Philippinen angemessen, hatten sich die musikalischen Leiter für einen eher ruhigen Konzertaufbau entschieden. Moderator Klaus Levermann versprach Lieder, die zu Herzen gehen sollten.

Der Wechsel zwischen melancholisch anmutenden und temporeichen Stücken der Chöre sowie den swingenden Jazzelementen der Bigband „Orchester Wolfgang Menzel“ zog das Publikum in den Bann.

Im ersten Konzertteil präsentierten die Chöre geistliche Musik. Die Bigband begeisterte mit entspannten Jazzrhythmen und sorgte mit der „Moonlight Serenade“ für einen beschwingten Auftakt. Im Gedenken an die verstorbenen Opfer setzten die beiden Meisterchöre MGV Cäcilia Volkringhausen und Vokal-Art unter Leitung von Klaus Levermann mit Schuberts „Heilig“ einen eindrucksvollen Akzent. Als sich das gesamte Publikum erhob und die beiden Chöre das Sanctus anstimmten, herrschte eine berührende Atmosphäre.

Diese Stimmung zu halten, gelang den Chören und dem Orchester auch anschließend in brillanter Weise. Mit weltlichen Liedern schloss sich der zweite Konzertteil nach einer kurzen Pause an. Hier begeisterten alle Chöre und das Orchester gleichermaßen mit temporeicheren Stücken auf sehr hohem Niveau. Die musikalische Reise führte unter anderen nach Schottland (Loch Lomond, Solist André Stracke, VokalArt) und Nordirland (In der Fremde, MGV Cäcilia). Der Männerchor 1874 Balve mit seinem Chorleiter Hubertus Schönauer brachte mit „Morgen marschieren wir“ und „Blankenstein Husar“ besonders zackige Melodien auf die Bühne. Auch das Lieblingsstück des Dirigenten, das bekannte Bergsteigerlied „Bena Calastoria – Tal in den Bergen“ (Bepi de Marzi), fehlte nicht in seinem Programm. So wunderbar musikalisch kann „Hilfe“ sein, durch die die Ärmeren nicht aus den Augen verloren werden.

 
 

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