Motorrad schleudert nach wilder Verfolgungsjagd in Festzug

Richard Elmerhaus
Foto: Richard Elmerhaus
Nach einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei von Sundern nach Balve ist am Samstagnachmittag ein 19-jähriger Kradfahrer aus Menden in Langenholthausen gestürzt und seine Maschine in den Erntedankfest-Umzug geschleudert.

Balve/L.A.. Wie durch ein Wunder wurde lediglich ein 9-jähriger Schüler leicht verletzt. Die anderen Kinder konnten sich durch einen Sprung von der Landstraße 686 rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie standen aber ebenso wie ihre Eltern und die anderen Festzugteilnehmer unter Schock. Erst nach einer längeren Pause ging es weiter in Richtung Schützenhalle.

"Knapp einer Katastrophe entgangen"

„Wir sind knapp einer Katastrophe entgangen“, hieß es in Lan­genholthausen. „Durch den Unfall sind sofort Erinnerungen an das fatale Geschehen in Menden geweckt worden“, sagen die Schützenbrüder, Veranstalter des Erntedankfestes. Damals war ein 79-jähriger Autofahrer in den Schützenfestzug gefahren. Die Folge: zwei Tote und 51 Verletzte.

Zu dem Unfall in Langenholthausen kam es, weil sich der 19-jährige Motorradfahrer dem Zugriff des Polizeibeamten entziehen wollte, der ebenso wie er mit einem Krad unterwegs war und ihn von der Sorpe aus verfolgte.

Ohne Kennzeichen und mit hoher Geschwindigkeit

Der junge Mann, der ohne Kennzeichen und mit sehr hoher Geschwindigkeit in Amecke unterwegs war, versuchte immer wieder, dem Beamten zu entkommen, und zwar mit allen Mitteln. Wenige Meter vor dem Ortseingangsschild von Langenholthausen wollte der 19-Jährige den unbequemen Verfolger endgültig los werden, in dem er versuchte, ihn von der Straße zu drängen. Da ihm dieses Vorhaben jedoch nicht gelang, rasten die beiden Motorräder mit hoher Geschwindigkeit auf den Festzug zu.

„Als ich die lauten Motorengeräusche hörte, wusste ich, da stimmt was nicht. Ich sah meinen Kollegen mit Blaulicht hinter dem Motorradfahrer. Sofort habe ich versucht, den Flüchtenden zu stoppen. Er ist jedoch an mir vorbei gerast. Wenig später hat er stark abgebremst, einen Pkw touchiert und ist dann gestürzt“, so der Polizeibeamte.

Nachdem der junge Mann wieder auf den Beinen war, versuchte er zu flüchten. Dies ist ihm laut Zeugenaussage aber nicht gelungen. Denn der Polizeibeamte, der ihm auf den Fersen war, packte sich ihn sofort und brachte ihn vor den wütenden Menschen in Sicherheit. Er legte dem 19-Jährigen mit Hilfe seines Kollegen sofort Handschellen an und brachte ihn in der „Grünen Minna“ unter, mit der er nach der Unfallaufnahme zur Wache in Menden gefahren wurde.