Mitreißende Momente und ganz großes Kino

Das Showensemble „Musicalzauber“ sprang für den kurzfristig
Das Showensemble „Musicalzauber“ sprang für den kurzfristig
Foto: WP

Balve..  Am Ende stand die Höhle Kopf. Mitreißende Momente und ganz großes Kino erlebten die Besucher beim Chorfestival rund um Musicalmelodien. Ganz genauso spannend waren aber die leisen Töne und die, die ganz bewusst das Thema des Abends ignorierten.

Man könnte fast meinen, dieser Chor sei frech und rebellisch: die „Tonträger“ aus Neuenrade nutzten am Samstagabend die mit etwa 400 Zuschauern ziemlich gut, aber nicht ganz voll besetzte Höhle für eine öffentliche Probe. Und dann wollten sie sich noch nicht einmal an das vorgegebene Thema halten. Kein Problem, alles war genauso geplant.

Viel Gänsehaut

„Wir möchten Ihnen das Programm für unser kommendes Meisterchorsingen vorstellen. Die Pflichtstücke lassen Musicalmelodien aber leider außen vor“, entschuldigte sich Chorleiter Marcel Buckert. Um dann mit seinen Mitstreitern für die ersten wirklich überschwänglichen Reaktionen des Abends zu sorgen. Gerade einmal zehn Sängerinnen und Sänger füllten ohne jede technische Verstärkung bei „Kleiner Grauer Falter“ von der mitreißenden A-capella-Bad Maybebop jeden Höhlenwinkel mit Gänsehaut. Percussion mit der Stimme und lautmalerischer Background hier sowie bei der „Perfekten Welle“, klassisch vierstimmiger Chorklang bei den Volksliedern, humorvoll angekündigt von Buckert: „In moderne Sprache übersetzt würde der Text lauten: du gehst mit ganz schön auf den.... . Komm du mir mal nach Hause.“ Ohne das kommende Juryurteil beim Leistungssingen vorwegzunehmen: Das war meisterlich.

„Amante della musica“ hat den begehrten Titel schon längst inne, legte sich aber trotzdem umso mehr ins Zeug: Männerstimmen, die zünftige Blasmusik „singen“, markerschütternde Schreie von verängstigten Damen - was natürlich zum Stück gehörte - mitreißender Pop und mit Stefan Risse ein Chorleiter, der sichtbar mit jeder Zelle die Musik lebt. Das alles fand in der Darbietung der Mendener statt. Nur keine elektrische Verstärkung. Diese gebrauchten für stimmungsvolle Untermalung der Frauenchor Eisborn sowie der Festspielchor, der als guter Gastgeber den Abend musikalisch mit verträumten und erhabenen Melodien aus „Starlight Express“ und „Phantom der Oper“ eröffnete, dann aber den Gästen die Bühne überließ. Mit Klängen aus unter anderem „Sister Act“ und „Mamma Mia“ boten die Eisborner Damen Gelegenheit zum Träumen wie auch zum Abfeiern. Leider zeigte sich bei beiden Chören in den fetzigen Momenten hin und wieder die Schwierigkeit, den raschen Sängereinsatz mit der Begleitung vom Bandvöllig synchron übereinander zu legen.

Einheimischer Ersatz

Ein Problem, dass dem Raum geschuldet ist und die mitreißende Performance nicht schmälert. Für den kurzfristig ausgefallenen mallorquinischen Chor (wir berichteten) gab es einheimischen Ersatz durch die Darsteller des Ensembles „Musicalzauber“. Zum Finale „We are the world“ versammelten sich dann alle Beteiligten auf der Bühne des Felsendoms und genossen die anschließenden Ovationen.

 
 

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