Liebeserklärung an eine Kleinstadt im Sauerland

Foto: Hans Blossey
  • Dieser Tage erschien in der Regionalzeitung Bonner-Generalanzeiger eine Liebeserklärung an Balve
  • Der Autor, Wolfgang Pichler, kennt Balve nur von Besuchen von Freunden, ist jedoch ein großer Fan
  • Die Balver Höhle setzt er mit New Yorks Metropolitan Opera und der Mailänder Scala gleich

Balve/Bonn.. Die geschriebene Liebeserklärung lebt – allen elektronischen Medien und dem digitalem Wandel zum Trotz. Junge Männer bringen wieder die tief empfundene Zuneigung für die Dame ihres Herzens zu Papier, unter Ehepaaren ersetzt das Zettelchen an der Kühlschranktür immer öfter die piepende WhatsApp-Nachricht und selbst die mausetot gesagten Poesiealben feiern eine Renaissance.

Liebeserklärungen müssen aber nicht unbedingt an Menschen adressiert sein. Orte taugen dazu ebenso – in Zeiten, in denen Heimat zur Sehnsuchtsfrage wird, ganz besonders. Wenn Balve Objekt eines solchen in Worte gefassten Wohlgefühls wird, dann sollte man meinen, dessen Verfasser wäre ein Bewohner der Hönnestadt, oder zumindest ein Ehemaliger, dessen Herz noch immer an den Ufern des kleinen Sauerlandflüsschens verweilt.

Falsch gedacht. Dieser Tage erschien in der Regionalzeitung Bonner Generalanzeiger ein Artikel, der genau das ist: eine Liebeserklärung an Balve. Zu Papier gebracht von einem Autor, der als Kind eines Bundeswehrangehörigen nach seiner Geburt in Freiburg zwar an allen möglichen Orten der Republik gewohnt hat, das Sauerland aber lange nur vom Hörensagen kannte.

„Ich bin Rheinländer“, lässt Wolfgang Pichler uns wissen, als wir neugierig nachfragen, welche Form der Heimatverbundenheit ihn denn bitteschön zum Verfassen eines solchen Lobliedes auf das sauerländische Balve veranlasst haben möge. Die in exakt 100 Druckzeilen verehrte Kleinstadt kennt er lediglich von Besuchen bei Freunden. Es müssen Besuche gewesen sein, die Freude bereitet haben.

Roten Teppich ausrollen

So informiert der Siegburger seine rheinische Leserschaft in wohl gewählten Worten über die sympathische Bescheidenheit der Balver, den besonderen Zusammenhalt in der Bevölkerung, deren Kunst, Tradition und Gegenwart zu verbinden, sowie sauerländische Geselligkeits-Etikette, wenn es um die individuelle Bierversorgung geht. Konkreter Anlass für den liebens- wie lesenswerten Zeitungsartikel auf der Bonner Kulturseite war sein Besuch des Meisterlichen Chorkonzertes des Männerchors 1874. Doch Wolfgang Pichler mag nicht eine einzige magische Nacht zum Anlass nehmen, im 147 Straßenkilometer entfernten Bonn den roten Teppich für eine Kleinstadt irgendwo zwischen vielen Bergen und noch mehr Wald auszurollen. „Ich war schon öfter dort und bin ganz begeistert von Balve“, verrät der 46-Jährige am Telefon.

Gar nicht so viel Arbeit

Ganz besonders gilt das für die Balver Höhle. Die setzt der Autor mit dem Bayreuther Festspielhaus, New Yorks Metropolitan Opera und der Mailänder Scala gleich. Das, liebe Leser, haben selbst wir als Balver Lokalredakteure uns noch nicht getraut. Bei Gelegenheit greifen wir die Anregung aber gerne auf – und nutzen derweil die Gelegenheit, eine Liebeserklärung an die Liebeserklärung zu verfassen: Fühlt sich toll an, liest sich mit einem wohligen Gefühl im Bauch und macht so viel Arbeit nun auch wieder nicht. Also: Einfach mal machen! Und wenn es nicht zu privat gerät, an die WP-Redaktion schicken. Besonders gelungene Liebeserklärungen an Balve veröffentlichen wir gerne.

Wer den Zeitungsartikel „Ein Hoch auf euch! Die Meistersänger von Balve“ aus dem Bonner General-Anzeiger lesen möchte, findet ihn im Internet unter www.ga-bonn.de/balve

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel