Küsterin mit Leib und Seele

Margareta Schröer
Margareta Schröer
Foto: WP
16 Jahre sind eine lange Zeit.

Langenholthausen.  Und wäre sie nicht erkrankt, dann hätte Margareta Schröer bestimmt noch ein oder zwei Jahre als Küsterin der Kirchengemeinde St. Johannes zu Langenholthausen weiter gemacht. Kein Job, sondern eine Herzensangelegenheit, die sie mit Leib und Seele ausführte. Weil aber das Herz nicht mehr so kann wie gewünscht, rückt die offizielle Verabschiedung näher.

In der Sonntagsmesse am 8. Mai um 10 Uhr in der St.-Johannes-Kirche zu Langenholthausen wird Pfarrer Andreas Schulte der 79-jährigen Margareta Schröer für ihr Engagement danken. Sie kennt jeden Winkel, Zeit hat hier nie eine Rolle für sie gespielt. Sie schloss die Kirche auf, bereitete die heiligen Messen und Gottesdienste akribisch und akkurat vor und verließ sie erst, wenn der letzte Gläubige auf dem Heimweg war. „Ich habe das in all den Jahren unheimlich gerne gemacht“, sagt Margareta Schröer. Und ihre Familienangehörigen wussten, wenn es denn einmal später wurde, dass die gute Seele, die stets an jeden Handgriff gedacht hat, noch das Gotteshaus in Lan­genholthausen abschließt.

Solche Menschen braucht die Kirche. Jemand, der sie auf- und zuschließt, der ihre geheimen Winkel kennt und der einen Blick auf die Menschen hat, die zum Gottesdienst kommen. Margareta Schröer bereitete in den 16 Jahren den Altar vor, zündete Kerzen an, hatte ein Auge auf die Messdiener. Dass Prozessionen oder Weihnachtsmessen in L.A. stets bestens vorbereitet waren, ist ein großer Verdienst von Margareta Schröer. „Ich bin aber auch immer sehr gut von Ingrid Förster und Margot Wortmann unterstützt und vertreten worden, zum Beispiel in Krankheitsfällen, oder wenn ich in Lourdes war“, gibt die 79-Jährige aus L.A. das Lob weiter.

Dienst von Schwester übernommen

1999 hatte sie den Küsterdienst von ihrer Zwillingsschwester Berta Träger übernommen. Natürlich falle ihr der Abschied, der bereits Ende des Jahres 2015 vollzogen wurde, schwer, aber: „Ich bin schließlich nicht ausgesperrt.“ Und mit ihrer Nachfolgerin habe der Kirchenvorstand in Langenholthausen eine gute Wahl getroffen. Silke Pohle aus Altenaffeln übernimmt die Küsterstelle und kann jederzeit auf die Erfahrung von Margareta Schröer zurückgreifen. Ihr zur Seite stehen auch weiterhin Ingrid Förster und Margot Wortmann.

An eine Begebenheit zu Beginn ihrer Küsterzeit kann sich Margareta Schröer noch besonders gut erinnern. Pastor Hammerschmidt habe sie seinerzeit eingewiesen und ihr das Buch mit dem Titel „Nicht nur Glockenläuten“ geschenkt. „Es stimmt, das Wirken eines Küsters beschränkt sich eben nicht nur auf das Glockengeläut.“ Margareta Schröer hatte große Freude daran, alle Utensilien bereit zu stellen, die in der Messe und im Hochamt benötigt werden.

 
 

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