Klinik-Geschäftsführer Wülle legt den Rotstift nicht aus der Hand

Balve/Menden..  Während sich die rund 1 000 Mitarbeiter der Katholischen Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis über das volle Weihnachtsgeld freuen dürfen, ist Thomas Wülle maßlos enttäuscht über die Entscheidung der Arbeitsrechtlichen Kommission Paderborn.

Der schriftliche Bericht über die Sitzung am Montag liegt dem Geschäftsführer zwar noch nicht vor, er kennt aber inzwischen das Abstimmungsergebnis von 3:3. Damit war sein Sparprogramm von 1,2 Millionen Euro glatt durchgefallen, denn um die geplanten Einsparungen durchzusetzen, hätten fünf von sechs Sitzungsteilnehmern für die Reduzierung des Weihnachtsgeldes um 50 Prozent stimmen müssen.

„Die Arbeitgebervertreter haben für die Einsparung votiert und die Mitarbeitervertreter dagegen“, sagt Thomas Wülle, der an die Solidarität der Arbeitnehmervertreter geglaubt hatte. „Ich habe die Notlage doch nicht auf blauen Dunst heraus ins Feld geführt. Uns fehlen 1,2 Millionen Euro, weil Erlös und Leistung nicht übereinstimmen in der Katholischen Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis.“

Nach seiner Meinung habe er fundierte Perspektiven für die Mitarbeiter aufgezeigt. Der einmalige Verzicht auf die Hälfte des Weihnachtsgeldes wäre eine sozialverträgliche Lösung gewesen, die in anderen Krankenhäusern bereits genutzt worden sei.

Die Enttäuschung noch nicht verarbeitet, leitete Thomas Wülle nach der Entscheidung der Arbeitsrechtlichen Kommission Paderborn in den vergangenen 48 Stunden mehrere Krisensitzungen, um letztendlich ein Konzept vorlegen zu können, das den Erhalt der drei Krankenhäuser in Iserlohn, Menden und Balve sichern soll.

Das von ihm erarbeitete Strategiepapier wird Thomas Wülle in den nächsten Tagen dem Verwaltungsrat der Hospitalsvereinigung im Märkischen Kreis vorlegen. Wenn die Mitglieder dieses Gremiums Grünes Licht für sein Konzept 2012 gegeben haben, setzt er sich abermals mit den Arbeitnehmervertretern an einen Tisch. „Wir müssen im nächsten Jahr rund 1,2 Millionen Euro einsparen, um das Schiff wieder auf Kurs zu bringen“, sagt Thomas Wülle, in dessen Maßnahmenpaket der Personaleinsatz und die Leistungserweiterungen enthalten sind. Vor allem im St.-Vincenz-Krankenhaus Menden und St.-Marien-Hospital Balve werden die Mitarbeiter mit Argusaugen die weitere Vorgehensweise des Krankenhausträgers beobachten, weil sie rote Zahlen schreiben.

Mit Blick auf die Katholische Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis sagt der Geschäftsführer abschließend: „Es lastet ein enormer preislicher Druck auf unseren drei Kliniken.“

 
 

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