Kinder des Hummelnestes erforschen den Wald

Udo Schnücker

Neuenrade.  Das Evangelische Familienzentrum „Hummelnest“ hat mit seiner Kita das erstmals durchgeführte Projekt „Waldgruppe“ erfolgreich abgeschlossen. Ziel des Projekts war es, das Verständnis der Kinder für Flora und Fauna als Naturerlebnis zu wecken und zu fördern. An der Aktion war die Kita zahlenmäßig mit zwei Gruppen beteiligt. Die praktische Lernphase fand mit Erzieherinnen Diana Dickel und Tanita Menzel am Remmelshagen oberhalb der Waldorfschule statt.

Viele Fragen

Was zeigt mir der Wald, wie fühlt er sich an, was kann ich lernen, welche Tiere gibt es hier? Diese Fragen standen im Kern des Projekts. Bereits nach wenigen Tagen konnten die begeisterten Kinder die Fragen beantworten. Sie lernten aus Astgabeln eine Art Rassel zu machen, bastelten aus Blättern und Holz Ketten und testeten barfuß, wie sich der Waldboden anfühlt.

Selbst unterschiedliche Wetterverhältnisse wurden von den Kindern gemeistert. Bei Regen führten neue Spielideen zum Bau von Wasserrutschen und -wippen, die Balancierfähigkeit wurde getestet und neue Spielgruppen gebildet. Richtig spannend verlief die Suche nach Schnecken und Anfeuerungsrufe gab es beim folgenden Schneckenrennen. Erstaunt waren die Kleinen auch über die Vielzahl von Tieren, wie etwa Spinnen oder Käfern. Zum Projektablauf zählten auch zwei Schatzsuchen, mit von der Partie war der nicht sichtbare Waldtroll „Knut“. Eine Waldrallye, bei der versteckte Sachen gesucht werden mussten, rundete das Erlebnis ab.

Die benachbarte Waldorfschule unterstützte die Waldgruppe stellte einen Raum und das Gelände zur Erkundung zur Verfügung. Über den Fortgang des Projekts informierten sich Eltern vor Ort. Sie zeigten sich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Auch für die Kinder, so Familienzentrumsleiterin Danny Bexten, sei das Projekt eine positive Erfahrung gewesen. Während der zweiwöchigen Projektphase habe die Naturerfahrung zu erfreulichen persönlichen Änderungen bei den Kindern geführt. Neue Freundschaften seien entstanden, viele der keine Nutzer hätten im Verlauf des Projekts neue Ideen, eigene Reaktionen und Initiativen gezeigt, die sonst kaum zustande gekommen wären. Das habe auch dazu geführt, das türkischstämmige Kinder Lieder in ihrer Heimatsprache angestimmt und getanzt haben.

Besuch von Toni Wiesemann

Zu den Besuchern zählte am letzten Projekttag auch Toni Wiesemann. Als Waldeigentümer hatte er den 20- und 18-köpfigen Gruppen die Möglichkeit zur Naturerfahrung zur Verfügung gestellt. Wiesemann zeigte sich vom Lernergebnis ebenso beeindruckt wie Familienzentrumsleiterin Danny Bexten. Im Gespräch mit den Kindern vermittelte Wiesemann zusätzliche Waldinfos und erinnerte als Jäger daran, das kein Tier in Zeiten des Jungwildes angefasst werden darf.