Keine Massentierhaltung, keine Probleme

Neuenrade..  Die Mitglieder der beiden Ortsverbände Neuenrade und Werdohl im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband trafen sich am Dienstagabend zur Winterversammlung. Im Rahmen der Versammlung informierte der Kreisveterinär Dr. Dieter Sinn unter anderem über das bereits eingeführte Antibiotika-Monitoring.

Das Thema Antibiotika-Einsatz bei der Tierhaltung ist sensibel und es besteht die Gefahr, die Landwirte über einen Kamm zu scheren. Mit massiven Einsätze von Antibiotika, wie sie in den Medien auftauchen, haben die heimischen Landwirte nichts zu tun, meinte der Ortsverbandsvorsitzende Ulrich Peterschulte. Massentierhaltung und Krankheiten seien zwei Seiten einer Medaille. In Neuenrade, Werdohl und Balve läge das Maximum bei rund 1000 Tieren pro Hof, zudem sei hier vor Ort die massenhafte Haltung von anfälligem Geflügel nicht anzutreffen. Das erklärte Ulrich Peterschulte und ergänzt, dass die Landwirte im Ortsverband in Bezug auf die Rahmenbedingungen der Haltung mehr oder weniger am Optimum kratzen.

Gesunde Ernährung

„Wir haben eigentlich kein Interesse, Antibiotika einzusetzen“, sagt der Ortsverbandsvorsitzende und begründet seine Aussage unter anderem mit den damit verbundenen hohen Kosten. Nur eine gesundheitsorientierte Haltung garantiere den wirtschaftlichen Erfolg. Außerdem richte auch der Endverbraucher immer mehr den Blick auf eine gesunde Ernährung und nachweislich einwandfreie Produkte. „Bei uns wird alles dokumentiert – von der Geburt bis zur Schlachtung“, sagt Peterschulte.

Und der Kreisveterinär Dr. Sinn wies in diesem Zusammenhang auf das Antibiotika-Monitoring hin. In einer Internet-Datenbank, die seit 2014 gepflegt wird, müssen Tierhalter ab einer gewissen Unternehmensgröße ihren Medikamenteneinsatz protokollieren. Es gelte, im Wettlauf zwischen den bakteriellen Erregern und der Antibiotika-Entwicklung einen Schritt vorne zu sein. Außerdem teilte Dr. Sinn mit, dass die Tierkörperbeseitigung mit sofortiger Wirkung deutlich teurer werde – Zuschüsse vom Kreis würden gedeckelt.

Ein weiteres Thema war die Düngung der Flächen mit Gülle. Im Sinne des Gewässerschutzes und um die Belästigung für die Bevölkerung niedrig zu halten, sollen die Landwirte gewisse Sperrzeiten einhalten. Verschärfte Kontrollen seien nicht auszuschließen, hieß es. Die Behörden seien sensibel, meinte Günter Buttighoffer, Vorsitzender des Kreisverbands.

Abschließend sprach Ulrich Brinkmann, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Märkischer Kreis, noch das Thema „Initiative Tierwohl“ an und machte auf eine tierartgerechte Haltung aufmerksam.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel