Iren bringen Rekorde zum Platzen

Geschätzt 4500 Gäste an den drei Festival-Tagen bringen die Balver Höhle zum Bersten.
Geschätzt 4500 Gäste an den drei Festival-Tagen bringen die Balver Höhle zum Bersten.
Foto: Mark Sonneborn

Balve..  „All die Rekorde, die wir in den vergangenen 14 Jahren hier aufgestellt haben, sind bei diesem Festival förmlich zerplatzt“, fiel die Bilanz zum Irish Folk Festival von Seán Reeves überwältigend aus.

4500 Gäste, so schätzt der gebürtige Ire und Vater des Balver Festivals, fanden an den drei Tagen den Weg in die Balver Höhle. Der Samstag war wie immer der musikalische Höhepunkt, doch bereits am Festivaldonnerstag konnten zur Musik von Pot O’Stovies und Five Alive O, der Band des Organisators Seán Reves, soviele Besucher im Felsendom begrüßt werden, wie nie zuvor.

Eng vor der Bühne

Hier nahm der große Erfolg der diesjährigen Auflage ihren Lauf. Aus Dortmund und Recklinghausen, aber auch aus Hamburg pilgerten die Fans der Irischen Musik ins beschauliche Balve, wo Reeves wieder einmal ein Line Up der Extraklasse zusammengestellt hatte – sicherlich mit dem Höhepunkt am Samstag, wo die Finnegans 5 gegen 16 Uhr den Auftakt machten.

Es folgten Crosswind mit ihrem Irischen New Folk, wie die Musiker ihren Stil selber bezeichnen. Schon hier wurde es eng vor der Bühne. Gegen 18 Uhr waren bereits alle Parkplätze belegt und die Festivalbesucher mussten auf die Straßen der Gegend ausweichen.

Stimmung und Niveau auf der Bühne steigerten sich mit Drops of Green. Die Irische Band war direkt von einem Konzert in Las Vegas eingeflogen. Mit sanften Balladen eroberte die Band das Publikum im Sturm. Beim Klassiker „Fiddlers Green“ wurde dann auch geschunkelt.

„Wir hatten am Samstagabend richtige Weltstars in der Höhle. Na Fianna mussten allerdings bis um 23 Uhr warten, weil Drops of Green eine Stunde lang Zugaben spielen mussten“, berichtete Reeves. Dann aber kam der lang ersehnte Headliner. „Na Fianna sind weltbekannt. Nach der Gründung vor sechs Jahren hat sich Gruppe aufgelöst, um dann vor zwei Jahren vom Management, dass sich die Rechte gesichert hatte, wieder gegründet zu werden. Die Musiker wurden handverlesen“, erklärte Reeves. Es war ein würdiges Highlight eines grandiosen Festivals, das aber noch einen Gänsehautmoment bereit hielt. „Zum Abschluss kamen noch einmal alle Bands für ein Finale zusammen auf die Bühne und spielten gemeinsam drei Songs“, sagt Uta Baumeister vom Festspielverein, der die Organisation einmal mehr fest und souverän in den Händen hielt.

Wie irische Musiker ticken

Nach 14 Auflagen hat sich das Irish Folk Festival zu einem echten Mekka gemausert. Nicht zuletzt dank der liebevollen Zusammenstellung von Seán Reeves, der genau weiß, wie irische Musiker ticken, aber auch ein Gespür hat für das deutsche Publikum, auch wenn immer wieder Iren nach Balve reisen, denn ein solches Festival in der Höhle ist einzigartig für Fans und Musiker. „Und deshalb muss das auch weiterleben“, betont der Organisator, der die Bands stets vor dem Auftritt ins Gebet nimmt.

Der letzte Tropfen Guinness

„Ich sage denen: Geht auf das Publikum zu! Und dann packen die Musiker wirklich den Hammer aus und übertragen ihre irische Mentalität auf das Publikum“. Am Samstag herrschte tatsächlich überall beste Laune. Es wurde getanzt, gelacht und gefeiert, und das, obwohl der letzte Guinness-Tropfen gegen halb zehn auf dem Hahn gelaufen war. „Und wir hatten nach dem Andrang im letzten Jahr extra mehr gekauft.“ Auch das ist ein Indiz für den Stellenwert der Veranstaltung.

„Wir wollen hier jedem der 4500 Besucher etwas bieten und suchen daher nach einer guten Mischung. Die reicht von Speed-Folk über Balladen bis hin zur traditionellen instrumentalen irischen Musik“, so Reeves.

 
 

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