„Ich war schon etwas beunruhigt“

Foto: Richard Elmerhaus
  • Dr. Cosmas Alule übernimmt wieder Urlaubsvertretungen im Pastoralverbund Balve-Hönnetal
  • Probleme mit Visum und Behören in Uganda
  • Als seine Reise nach Garbeck auf der Kippe steht, springen Balver mit Spenden in die Bresche

Garbeck..  Aber die Mühlen der Behörden in Uganda mahlen langsam. Zu lange waren die erforderlichen Dokumente unterwegs, zu spät hatte er einen Termin bei der Botschaft in Kampala bekommen, um ein Visum zu erhalten. „Ich war schon etwas beunruhigt“, sagt der weit gereiste Gast. Nun ist er wieder in Garbeck – wie fast jedes Jahr seit 1998 – um Urlaubsvertretungen zu übernehmen, Freundschaften zu pflegen und die Finanzierung neuer Hilfsprojekte in seiner Heimat Uganda anzuschieben.

Am 14. Juli ist der Monsignore aus Afrika in Frankfurt gelandet, hat dort Freunde besucht und ist zwei Tage später in die Hönnestadt gereist. Seit sechs Jahren wohnt er bei der Familie Alfons und Anne Klüter in Garbeck und fühlt sich dort „sehr wohl“. „Balve, Garbeck und der Pastoralverbund sind meine zweite Heimat geworden“, betont Dr. Cosmas Alule. Einen Tag nach seiner Ankunft begleitete er die Libori-Prozession in Garbeck und am Nachmittag den Festzug beim Schützenfest in Balve. „Mir gefällt besonders die Musikkapelle. Sie sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre. Ich liebe Musik.“ Alule selbst spielt Orgel, afrikanische Trommel und „ein bisschen Gitarre“.

Mehr Partizipation der Gläubigen

Musik ist das Stichwort. Denn heilige Messen in seiner Heimat Gulu sind wesentlich musikalischer als Messen in Deutschland. „Es wird mehr gesungen, mehr getanzt, es gibt auch viel mehr Partizipation der Gläubigen“, berichtet der Monsignore. In Uganda würden Kirchenchöre die Liedauswahl bestimmen, Lektoren Lesungen vorbereiten, Kommunionhelfer stärker eingebunden. „In Deutschland konzentriert sich dagegen fast alles auf den Priester.“

Messen sind in dem ostafrikanischen Staat auch besser besucht. „Fast 80 Prozent der Gläubigen gehen an Sonntagen in die Kirche. An Weihnachten sind es bis zu 95 Prozent“, erzählt Cosmas Alule. Dass die Gotteshäuser in Deutschland nicht so zahlreich aufgesucht würden, dafür zeigt der Priester aus Uganda Verständnis. „Es liegt denke ich nicht am Glauben, sondern daran, Zeit für die Kirche zu finden. Im Hinblick auf die Arbeitszeiten ist es in Uganda viel einfacher als hier, sonntags in die Kirche zu gehen.“

Großzügigkeit in aller Munde

So detailliert wissen die Menschen in Uganda nicht über Deutschland Bescheid, und doch genießt Deutschland ein hohes Ansehen im fernen Afrika. „Deutsche Produkte sind bekannt für ihre gute Qualität, der Fußball ‘Made in Germany’ ist populär und die Großzügigkeit ist in aller Munde“, erzählt Dr. Cosmas Alule. Mehr als 60 Prozent aller kirchlichen Hilfsgelder fließen aus Deutschland nach Uganda. Organisationen wie Missio, Kirche in Not, Adveniat oder Misereor unterstützen die Menschen in dem armen ostafrikanischen Land mit Geld und Hilfsgütern. „Für mich ist das ein Zeichen, dass Kirchen in Deutschland noch lebendig sind. Ohne den Glauben würden sich solche Organisationen nicht tragen. Großzügigkeit ist ein Zeichen der Nächstenliebe.“

Die erfahren auch Dr. Cosmas Alule im Pastoralverbund Balve-Hönnetal und seine Landsleute in Uganda. Im Vorjahr hatte Alule, Rektor der Priesterseminare in Gulu, einen Traktor im Wert von umgerechnet 55 000 Euro kaufen können – 23 000 Euro kamen aus Balve über den Ugandakreis der Kolpingsfamilie Garbeck, das weitere Geld von Hilfsorganisationen. Auch als es einen finanziellen Engpass gab und Alules Reise nach Garbeck auf der Kippe stand, sprangen Balver mit Spenden in die Bresche.

Informationsabend am 10. August

Über den aktuellen Stand der Projekte in Uganda werden Monsignore Alule und der Ugandakreis am 10. August im Pfarrheim Garbeck berichten. Beginn des Informationsabends ist um 19.30 Uhr.

 
 

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