„Ich habe gelernt: Ohne die Gnade Gottes geht es nicht“

Dr. Cosmas Alule
Dr. Cosmas Alule
Foto: WP
Die Werbetrommel im Vorfeld zu rühren, hat sich für den Ugandakreis der Kolpingsfamilie Garbeck gelohnt.

Garbeck..  Mehr als 45 Besucher sind im Pfarrheim, um den Ausführungen von Monsignore Dr. Cosmas Alule zu lauschen. Die Atmosphäre ist locker, und der weit gereiste Gast aus Afrika lächelt an diesem Abend öfter, als man es von ihm gewohnt ist.

Afrika – damit verbinden viele Europäer oft Hunger, Not, Kriege. Dass der Kontinent aber auch schöne Seiten hat, und Uganda im Speziellen, davon will Cosmas Alule die Menschen in Garbeck überzeugen. „Jeder weiß, wie Afrika stirbt – nur wenige wissen, wie und wo Afrika lebt“, lautet das vielsagende Motto.

Uganda lebt, davon ist der Monsignore überzeugt. Und das, obwohl die Lebenserwartung in dem ostafrikanischen Staat mit fast 59 Jahren deutlich unter der von Deutschland (fast 81 Jahre) liegt. „Die Menschen sind arm, oft aber auch glücklich. Und sie sind sehr musikalisch“, sagt Alule. Davon haben sich die Garbecker bei ihren Reisen nach Uganda überzeugt. Als im Jahr 2007 die erste Bäckerei in Arua eröffnet – mit großer Unterstützung des Ugandakreises und Goldbäcker Charly Grote – da wird die Inbetriebnahme mit einem ganztägigen Festakt gefeiert. Es gibt es eine Prozession, ein Chor und eine Band treten auf. „Wie freundlich, offen und herzlich wir empfangen wurden, ist unbeschreiblich“, berichtet Theo Steffens.

Jugendliche feuern Partnerschaft an

2002 hatte sich der Ugandakreis gegründet und seitdem spannende Zeiten erlebt. Zum Beispiel beim Weltjugendtag 2005, mit deren Organisation Gemeindereferentin Elke Luig befasst war. Mit mehr als 240 jungen Gästen habe man im Stadtgebiet gerechnet. Letztendlich seien es acht junge Menschen aus Uganda gewesen, die „uns mit ihrer afrikanischen Freundlichkeit und fröhlicher Musik angesteckt haben“. Luig ist sich sicher: „Sie haben unsere Partnerschaft angefeuert.“

2010 ist dann eine Bäckerei in Gulu hinzu gekommen, vor einem Jahr folgte der Kauf eines Traktors mit 82 PS. 26 000 Euro kamen aus Balve, die weitere Finanzierung über Kirche in Not. „Ein Traktor ist wichtig für die Feldarbeit, die nun deutlich leichter geht“, erzählt Cosmas Alule, der Rektor des Priesterseminars in Gulu ist. Seit 28 Jahren ist er Priester. „Ich habe gelernt: Ohne die Gnade Gottes geht es nicht.“

Schulpatenschaften und Unterstützungen für Priesteramtsanwärter gibt es seit vielen Jahren. Und: In der Heimat von Cosmas Alule wurden 15 Kolpingsfamilien gegründet. Franz-Josef Stein vom Ugandakreis: „Ein schönes Beispiel, wie international der Kolpinggedanke ist.“

 

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