Hönnetalbahn donnert über Felsbrocken auf den Schienen - Heizöltank beschädigt

Stefan Scherer
Die Feuerwehr aus Volkringhausen und Garbeck pumpte das Heizöl ab und füllte es in einen Sammelbehälter. Foto: Stefan Scherer
Die Feuerwehr aus Volkringhausen und Garbeck pumpte das Heizöl ab und füllte es in einen Sammelbehälter. Foto: Stefan Scherer
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Wieder donnerte es im Hönnetal. Nachdem im August Felsbrocken auf die Bundestraße 515 und im Januar auf einen Wanderweg stürzten, krachte Gestein auf die Gleise der Hönnetalbahn, die prompt drüberfuhr und sich den Heizöltank aufriss. Die Bahn musste den Zugverkehr in Richtung Balve mehrere Stunden lang einstellen.

Balve/Binolen. Um 9 Uhr ging am Samstag der Notruf bei der Feuerwehr ein. Zunächst hieß es, dass Transformatoren-Öl auslaufe. „Daher ist neben der Löschgruppe Volkringhausen auch der Löschzug Garbeck mit seinem Gerätewagen Gefahrengut ausgerückt“, sagte der Balver Feuerwehrchef Winfried Reinken, der selbst vor Ort war. Denn einige Trafo-Öle sind bereits bei Hautkontakt giftig und so gut wie nicht abbaubar. „Um so größer war unsere Erleichterung, dass nur Heizöl ausgelaufen war“, sagte Reinken.

Wie konnte es dazu kommen? In Fahrtrichtung Balve hatte sich kurz vor dem Binolener Tunnel Gestein aus der Felswand gelöst. Ein dicker Brocken war auf die Gleise gestürzt. Der Führer des Triebwagens hatte dies nicht gesehen. Als er über den Fels fuhr beschädigte er die erste Achse und riss den Auslaufstutzen des Heizöltanks ab.

Feuerwehr streut Ölspur mit Bindemitteln ab

Bis er im Bahnhof Binolen anhalten konnte, ergossen sich etwa 50 Liter Öl in das Gleisbett. Weitere 200 Liter pumpten die Wehrleute aus dem Tank, beziehungsweise fingen sie unter dem Leck auf. „Als wir hier eintrafen, schoss ein fingerdicker Strahl aus dem Tank“, berichtete Einsatzleiter Christian Boike.

Zudem streuten die 30 Kameraden die mehrere hundert Meter lange Ölspur mit Bindemittel ab. Zu dem außergewöhnlichen Einsatz kamen auch Kreisbrandmeister Dieter Grefe aus Altena sowie der Neuenrader Wehrleiter Karsten Runte – dieser jedoch in seiner Funktion als Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde, um den möglichen Schaden für die Umwelt zu begutachten.

Notfallmanager der Deutschen Bahn vor Ort

Von der Deutschen Bahn waren Notfallmanager Christian Knorr und der Diensthabende der technischen Bereitschaft, Burkhard Bröker, vor Ort. Knorr kümmerte sich darum, dass die drei Fahrgäste, die sich in dem Zug befanden, zum Balver Bahnhof und von dort aus mit Taxen weiter zu ihrem Ziel befördert wurden. Nach Begutachtung des Triebwagens stand fest, dass dieser noch fahrbereit war und aus eigener Kraft den Weg in die Werkstatt nach Dortmund bewältigen konnte. Bis dies jedoch so weit war, musste die Strecke mehrere Stunden gesperrt werden.

Damit sich nicht weiteres Gestein aus der Felswand vor dem Tunnel löst, wird die Bahn kurzfristig dort Sicherungsmaßnahmen vornehmen. „Dies wird wohl in der kommenden Woche nach 21 Uhr geschehen, so dass der Bahnverkehr nicht beeinträchtigt wird“, sagte Notfallmanager Christian Knorr nach Rücksprache mit der Deutschen Bahn. Bis dahin gilt für den Bereich ein Tempolimit von 10 km/h.