Hilfe bei Kinderunfällen im Haushalt

Neuenrade..  „Nasenbluten. Was nun?“, fragte Simone Voß vom DRK-Ausbilder-Team zu Beginn des zweitägigen Kursus „Erste Hilfe am Kind“ in die Runde. Nur zögerlich kamen Antworten, dabei sollte allen Eltern junger Kinder und Erzieherinnen doch klar sein, was zu tun ist. Aber so einfach ist es dann doch nicht, stellen die rund 20 Kursteilnehmer im Schulungsraum der Kindertageseinrichtung Sausebraus relativ schnell fest.

Expertin hat selber Nachwuchs

Wenn es der eigene Nachwuchs ist, der sich verletzt hat und schreit, ist es einfacher, weil Eltern ihre Kinder kennen. Aber was ist, wenn es sich um Besuch oder Kita-Kinder handelt. Simone Voß klärt auf, dass auch Kinder bereits Blutverdünner zu sich nehmen könnten und in diesem speziellen Fall ist es mit dem „Standard-Verfahren“ Kopf nach vorne und kühlen Waschlappen in den Nacken nicht mehr getan. Dann ist der Besuch eines Arztes dringend angeraten, denn in diesem speziellen Fall ist eine Blutung nicht so leicht zu stoppen.

Simone Voß hat selbst Nachwuchs und weiß, wovon sie redet. Am Dienstag- und Mittwochabend stellte sie den wissbegierigen Eltern, Erzieherinnen und Tagesmüttern typische Situationen vor, die in deutschen Haushalten tagtäglich passieren. Den Finger in der Waschmaschinentür gequetscht, ein Zahn ist abgebrochen, eine Zecke hat das Kind gebissen – sie begann mit den relativ „harmlosen“ Geschichten, sparte aber auch das Thema Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht aus.

Erste Hilfe ist für viele Menschen ein Bereich, mit dem sie sich einmal im Leben im Rahmen der Führerscheinausbildung auseinandersetzen. Aber spätestens, wenn kleine Kinder in der Wohnung für Unterhaltung sorgen, dann kann das theoretische Thema schnell praktische Anwendung finden. Und es gibt eine Vielzahl von Fällen, auf die Erwachsene meist unzulänglich vorbereitet sind. Ein gesundes Maß an Improvisationstalent ist hilfreich, denn selten lassen sich die Situationen aus der Praxis adäquat simulieren. Kühlen, aber ohne Kühl-Pack – Simone Voß verriet Tipps und Tricks, was im Fall des Falles zu tun ist. Auf keinen Fall etwas aus dem Gefrierschrank ohne Schutz auf die Hand, betont sie und erklärt, dass selbst eine Flasche Wasser zum Kühlen eines Kinderfingers ausreicht. „Mindestens 20 Minuten lang“, lautete ihre Antwort auf die Frage, wie lange eine solche Verletzung zu kühlen ist.

Als die jungen Väter und Mütter dann selbst Hand anlegen mussten, mit einem Dreieckstuch einen kühlenden Beutel an einem verletzten Knie zu befestigen, da taute die Stimmung endgültig auf. „Wir hatten noch richtig Spaß“, erklärte Simone Voß, dass der Gruppe das Lernen durchaus Freude bereitete.

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