Falsches Schönheitsideal erhöht Krebs-Risiko

Dr. med. Stefanie Boms im Gesundheits-Campus Sauerland.
Dr. med. Stefanie Boms im Gesundheits-Campus Sauerland.
Foto: WP

Balve..  Gebräunte Haut gilt immer noch als Schönheitsideal. Ärzte schlagen aber Alarm: Rund 150 000 Deutsche erkranken jährlich an Hautkrebs, deutlich mehr als noch vor drei Jahrzehnten. Vor dem allzu sorglosen Umgang mit der Sonne warnt auch Dr. med. Stefanie Boms. Die Fachärztin für Dermatologie vom Katharinen-Hospital Unna zeigt während ihres Vortrags im Gesundheits-Campus Sauerland in Balve Bilder, die alles andere als ansehnlich sind. „Aber Hautkrebs ist nun mal nicht schön“, sagt Boms, die die Besucher für die Gefahren der tückischen Erkrankung sensibilisieren will.

Ungesundes Freizeitverhalten

Zahlreiche Sonnenbrände in der Kindheit, im Jugendalter oder als Erwachsene sowie ein „ungesundes Freizeitverhalten“, zum Beispiel in Solarien, seien Risikofaktoren, berichtet Dr. Stefanie Boms. Besonders das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs, sei gefährlich. 15 000 Neuerkrankungen gebe es pro Jahr allein in Deutschland. „Und bei 2000 Menschen endet sie tödlich“, berichtet die Expertin mit ernster Miene. Das Melanom müsse nicht unbedingt schwarz sein, sondern könne auch als rotbrauner Fleck auf der Haut auftauchen. „Man kann es tasten, es kann jucken, es kann bluten“, sagt Dr. Boms. Das sei bei normalen Muttermalen nicht der Fall.

Die Tumorzellen haben die böswillige Eigenschaft, zu „wandern“ und somit auch Organe oder die Lymphknoten anzugreifen. „Deshalb muss der Tumor komplett rausgeschnitten und am besten so früh wie möglich erkannt werden“, sagt Dr. Stefanie Boms. Ein rechtzeitiger Blick kann Leben retten: Für den Verlauf der Krebserkrankung sei es enorm wichtig, sie schnell zu bemerken. Denn je eher ein Melanom behandelt würde, desto besser. Generell rät die Expertin zu regelmäßigen Selbstuntersuchungen. „Vor allem Frauen sind da gewissenhafter.“ Im Verdachtsfall sollte ein Hausarzt oder ein Dermatologe aufgesucht werden, ehe die Tumorzellen sich ausbreiten können. Da der schwarze Hautkrebs nur schlecht mit einer Chemotherapie eingedämmt werden könne, setze die moderne Medizin zunehmend auf eine Aktivierung des Immunsystems.

Die Dermatologie-Fachärztin berichtet im Gesundheits-Campus Sauerland auch über das Karzinom, der zweithäufigste bösartige Hauttumor, der ebenfalls operativ entfernt wird, ohne dass Tumorzellen im Gewebe zurückbleiben, und das Basaliom. Dieser Hauttumor bildet in der Regel zwar keine Metastasen, kann aber von der Haut in benachbartes Gewebe wachsen und dort Knochen und Knorpelgewebe angreifen.

Expertin rät zur Vorsicht

Jeder darf sich auf den Sommer und warme Sonnenstrahlen freuen, sagt die Expertin, rät aber zu Vorsicht bei starker Sonneneinwirkung, vor allem bei hellen Hauttypen mit blonden Haaren, rötlichen Haaren oder Sommersprossen. Der beste Schutz sei Meidung der Sonne in den Stunden der stärksten Intensität und Lichtschutzmittel (ab 30) zum Schutz vor UV-Strahlung.

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