Evangelium spiegelt sich im Licht der neuen Fenster

Neue Fenster evangelische Kirche Balve. Foto:Uta Baumeister
Neue Fenster evangelische Kirche Balve. Foto:Uta Baumeister
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Balve. Der erste Bauabschnitt der Renovierungsmaßnahmen an der evangelischen Kirche ist mit dem Austausch aller Fenster beendet. Die bleiverglasten, farbigen Holzfenster sind durch eigens für die evangelische Kirche entworfene Isolierglasscheiben in Alurahmen ersetzt worden.

Durch die neuen Fenster, die geprägt sind durch einen marmorierten Hintergrund, auf dem das Johannes-Evangelium zu lesen ist, wirke der Kirchenraum ruhiger, gedämpfter und konzentrierter, erklärte Pfarrer Christian Marcus Weber.

Mit einer feierlichen Soirée begrüßten die Mitglieder der Kirchengemeinde ihre neuen Fenster. „Wir sind vom Bibelwort umgeben, denn der Text zieht sich durch alle Fenster hindurch bis hinauf in das Turmfenster. Dies wirkt nicht aufdringlich, sondern eher hintergründig“, zeigte sich der Pfarrer beeindruckt von den neuen Fenstern und lud die Kirchenbesucher ein, den Raum auf sich wirken zu lassen. Musikalisch untermalten Günter Brücker an der Orgel und Wiebke Kleebach am Cello die Andacht.

Die Fenster ließ auch der Künstler Oswald Krause-Rischard, der aus Wetter angereist war, auf sich wirken. Er hatte die Fenstergläser entworfen, die in den Derix Glasstudios in Taunusstein gefertigt wurden. Der Diplom-Designer war der evangelischen Kirchengemeinde vor etwa einem Jahr über die Landeskirche empfohlen worden. Bereits sein erster Entwurf sagte dem Presbyterium zu und der Auftrag wurde erteilt. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war spannend“, zog Oswald Krause-Rischard sein Fazit. Ebenso spannend habe er es empfunden, seine Idee umzusetzen und mit dem Text des Johannes zu arbeiten. „Der Betrachter muss sich konzentrieren, um den Text auf den Fenstern lesen zu können“, sagte er. Das würde verlocken, wieder in der Bibel nachzulesen.

Ihn habe inspiriert, eine Hintergrundstruktur zu schaffen, die im Gegensatz zur Schrift stehe, begründete der Künstler die Marmorierungen. Auf die Betrachter wirke dies unterschiedlich. Manch einer erkenne darin Gesichtszüge, ein anderer das Meer oder eine Landschaft. Auch die mit Blau abgesetzten Bereiche interpretiere jeder anders. Sei es für den einen das Himmelsblau, so sei es für den anderen das Wasser.

Ersetzt durch ein vorrangig blau geprägtes Bild, in dem sich ein rotes Kreuz hervorhebt, wurde auch das vor einigen Jahren installierte Altarfenster, das nun im Giebel des evangelischen Gemeindehauses einen neuen Platz gefunden hat. Im Glasstudio seien seine Entwürfe nicht aufgeklebt, sondern in die Glasoberfläche eingebrannt worden, berichtete der Künstler. Die weltweit agierende hessische Glasmanufaktur ist spezialisiert auf traditionelle und zeitgenössische Glaskunst, die sich unter anderen im Kölner als auch im Augsburger und Mainzer Dom wiederfindet. Seit 1908 trägt die Glaswerkstatt den Titel „Päpstliche Hofglasmalerei“, arbeitet jedoch weit über den konfessionellen und kirchlichen Bereich hinaus.

Für die evangelische Kirchengemeinde der Hönnestadt Balve folgt mit dem Außenanstrich in ungefähr zwei Wochen der nächste Bauabschnitt am Gotteshaus. Geplant wird derzeit auch die Innengestaltung. Dabei werde überlegt, die Holzvertäfelung an der Altarseite zu überarbeiten, berichtete die Presbyterin Silke Hoppe.

 
 

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