Doggie White ließ die Höhle erbeben

„Demon´s Eye“, eigentlich schon ganz allein ein Garant für soliden Rock in Deep-Purple-Qualität, hatte Doggie White, den Ex-Rainbow-Sänger, ans ­Mikrofon gestellt
„Demon´s Eye“, eigentlich schon ganz allein ein Garant für soliden Rock in Deep-Purple-Qualität, hatte Doggie White, den Ex-Rainbow-Sänger, ans ­Mikrofon gestellt
Foto: WP

Balve..  Die Haare sind grau, das Herz aber tiefschwarz – so schwarz, wie echte Rocker es mögen. Schwarz, dunkel, vor Kraft strotzend, aber eben immer noch ein Herz, das für den Rock schlägt. All das zeichnet „Peter Pankas Jane“ aus – und die haben beim German Kultrock am Samstag in der Höhle gezeigt, was in Ehren ergraute Musiker noch zu können.

Ihr Sound war gigantisch. Gitarrenriffs und Keyboardsoli verbanden sich auf der Grundlage von hämmernden Drums und tiefsten Bassläufen zu einem echten Sog, der 1300 Fans in der Höhle mitnahm.

Neuauflage sicher

Zum dritten Mal trat Jane beim Festival in der Höhle auf. Viele der Gäste waren nur wegen des Quintetts aus Hannover gekommen. Und die weite Anreise lohnte sich. Es hatte etwas von einem Magnet, wenn Charly Maucher, Klaus Walz und Co. auf der Bühne die Regler hochdrehten. Die Soundwand von Jane war gigantisch. Die Strophen der Lieder bauten Stück für Stück ein Gebilde auf, das dann im Refrain und den Soli erbarmungslos über den Köpfen der Fans zusammenbrach.

Zum dritten Mal waren Jane in Balve zu Gast – und es wird auch ein viertes Mal geben, verriet Mitveranstalter Guido Simm am Rande. Jane wird auch nächstes Jahr spielen, dann vielleicht mit Gastmusikern, Freunden und Wegbegleitern – aber die Band kommt sicher wieder nach Balve.

Das „German Kultrock Festival“ hatte aber schon in diesem Jahr eine Band zu Gast, die sich namhafte Verstärkung organisiert hatte. „Demon´s Eye“, eigentlich schon ganz allein ein Garant für soliden Rock in Deep-Purple-Qualität, hatte Doggie White, den Ex-Rainbow-Sänger, ans ­Mikrofon gestellt – und was dabei herauskam, suchte beim Festival in der Höhle seinesgleichen. Dass die Songs von Deep Purple allesamt Rockklassiker sind, ist unstrittig – dass man ihnen aber ein ganz eigenes Image geben kann, zeigten Band und Sänger eindrucksvoll. Die tanzenden Finger von Mark Zyk beim Solo auf der Gitarre, dazu ein Maik Keller am Bass voller Spielfreude und Spielkunst und obendrauf die starke Stimme von Doggie White – wer am Samstag weit nach 22.30 Uhr beim Auftritt der Band draußen am Bierstand stand, hat echt was verpasst.

Auftritt trotz Streiks

Dabei hatten Guido Simm und Co. als Veranstalter gerade wegen des Auftritts von Doggie White ein paar Bauchschmerzen. Der Schotte sollte mit einem Lufthansa-Flug nach Deutschland kommen – doch dann kam der Streik bei der Airline. Glücklicherweise fiel der Flug des Sängers nicht aus, das Festival war gerettet.

Möglich gemacht haben die perfekte Organisation und den glasklaren Ablauf auch Freunde von Guido Simm aus Wuppertal. Die kommen gerne mit nach Balve, packen mit an und sind maßgeblich daran beteiligt, dass den Besuchern des Festivals immer Neues präsentiert werden kann. Neu war bei der dritten Auflage auch die Musik von „Aphodyl“. Das Quartett aus Berlin spielt „Psychedelic-Rock“, eine ganz eigene Form der Genres. Die spährischen Klänge der Band, vor allem entstanden aus erstklassigen Keyboardsoli, passten so in die Höhle, dass die Besucher die Gruppe erst nach mehreren Zugaben und 45 Minuten von der Bühne ließen.

Auch neu, wenngleich schon bekannt und mit etlichen Vorschusslorbeeren ausgestattet, kam Henrik Freischlader ins Balver Felsenrund. Sein Bluesrock lebt von seiner starken Stimme, kam authentisch rüber und ließ wahre Gefühlsausbrüche zu. Seine Musik ist eben echter Blues ohne Schmalz und Schnick-Schnack.

 
 

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