Deutsche Bahn will Gleisbett vom Müll befreien

Alexander Bange
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Balve.  Hartnäckigkeit zahlt sich (manchmal) aus. Immer und immer wieder hatte Adalbert Allhoff-Cramer an die Deutsche Bahn geschrieben und die Müllkippe auf dem Gleisbett am Bahnsteig Balve kritisiert – mehr als ein Jahr lang. Veränderungen? Fehlanzeige. Jetzt tauchte aber eine Mail auf, die Adalbert Allhoff-Cramer und den Balvern Hoffnung gibt. Denn Müll und Unrat im Gleisbett sollen in naher Zukunft beseitigt werden.

„Im März ist eine Gleisreinigung durch Fachkräfte geplant. Die darauf folgende im September. Eine weitere zusätzliche Gleisreinigung ist zwischen März und September von uns beabsichtigt, Budgetfreigabe vorausgesetzt“, teilt ein Sprecher der DB Station & Service AG in Hagen Adalbert Allhoff-Cramer schriftlich mit.

„Ich bin zuversichtlich, dass sich das Bild am Gleisbett ein Stück weit ändern wird, denn daran hängt schließlich der Ruf der Deutschen Bahn“, sagt der Inhaber des Lohgerberhauses in Balve. Hotelkunden, die mit der Bahn angereist seien, hätten immer wieder erschrocken festgestellt, dass der Zustand des Bahnsteiges und die verdreckten Gleise eine „Zumutung“ sind. „Was denken die dann über ganz Balve?“, fragt Allhoff-Cramer. Er habe als passionierter Bahnfahrer die Deutsche Bahn auch aus privatem Interesse kontaktiert – und immer wieder Beweisbilder gesendet – in der Hoffnung, dass sich der schlechte Gesamteindruck ändert.

Vandalismus oder Untätigkeit?

An dem hat die Deutsche Bahn übrigens keinen Zweifel, denn schriftlich teilt sie mit: „Wir stimmen mit Ihnen überein, dass sich der Vermüllungsgrad der Gleise in Balve in einem unzumutbaren Zustand befindet.“ Die Kritik von Adalbert Allhoff-Cramer, dass nicht „Vandalismus für den Zustand ursächlich, sondern die jahrelange Untätigkeit der Bahn“ Grund für die Müllkippe sei, wird dagegen gekontert. „Wir sind ein Transport- und kein Abfallentsorgungsunternehmen. Beo­bachtungen auch an anderen Standorten zeugen vom unzumutbaren Verhalten unserer Mitbürger. Phänomene wie Vandalismus oder illegale Müllentsorgung können unsere Mitarbeiter nur vorübergehend auflösen, aber nicht im Ursprung beseitigen“, schreibt die Bahn. Dazu Adalbert Allhoff-Cramer: „Vandalismus ist ein großes Problem, für das die Bahn nichts kann. Sie hat für den Müll aber in der Vergangenheit schon die Schüler angegriffen, und das halte ich für völlig verkehrt. Denn die leiden doch selber unter dem schlechten Zustand.“

Die Stadt Balve erreichen außerdem immer wieder Beschwerden über den verwahrlosten Zustand des Bahnsteiges in Balve. Dazu teilt die Deutsche Bahn mit, dass das Bahnhofsgelände durch den zuständigen Dienstleister „vertragsgemäß“ einmal wöchentlich gereinigt werde. Das können weder Adalbert Allhoff-Cramer noch viele Balver Bürgerinnen und Bürger glauben. Die Stadt ist für den Müll indes nicht zuständig. Sie wurde in der Vergangenheit bereits für eine Reinigungsaktion scharf von der Deutschen Bahn attackiert, „weil das nicht unser Hoheitsgebiet sei“, berichtet Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters.

Kein Zugang zu den Gleisen

Adalbert Allhoff-Cramer hatte sogar vorgeschlagen, die nötigen Reinigungsarbeiten im Gleisbett persönlich vorzunehmen – nach 20.30 Uhr, wenn kein Zug mehr in Balve fährt. „Einen Zugang zu den Gleisen können wir Ihnen nicht gewähren, auch nicht außerhalb des planmäßig stattfindenden Zugverkehrs“, erklärt ein Bahnsprecher. Dafür hat Adalbert Allhoff-Cramer Verständnis. Bleibt die Hoffnung, dass die Gleisreinigung durch Fachkräfte zeitnah erfolgt.